Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen

Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen

Über das Institut

Das von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius initiierte Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen ist eine in Deutschland einmalige Forschungseinrichtung, die den Charakter der Bucerius Law School als private Stifterinitiative unterstreicht.

Das Institut übernimmt mit seiner Arbeit Verantwortung für die Weiterentwicklung des Rechts der gemeinnützigen Organisationen in Deutschland und Europa. Es versteht sich über seine wissenschaftlichen Aufgaben hinaus als eine politikberatende Institution.

Das Institut wird maßgeblich durch die Deutsche Bank gefördert.

Das Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen wurde am 28. September 2001 eröffnet. Es stand zunächst unter der kommissarischen Leitung von Professor Dr. Peter Rawert. Am 1. April 2002 übernahm Professor Dr. W. Rainer Walz die Leitung des Instituts und gab ihm in den Folgejahren seine heute einmalige Prägung als Bindeglied zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik. Nach dem tragischen Tod von Professor Dr. W. Rainer Walz im Sommer 2006 übernahmen Professor Dr. Dieter Reuter und Rechtsanwalt Dr. Andreas Richter die kommissarische Leistung des Instituts. Seit dem 1. April 2007 wird das Institut von Professor Dr. Birgit Weitemeyer als Direktorin geleitet.  

Schwerpunkte der Institutsarbeit sind Forschungsaufgaben im Bereich des Rechts der gemeinnützigen Organisationen. Neben den gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen zum Stiftungs- und Vereinsrechts sowie dem Recht der gemeinnützigen Kapitalgesellschaften bildet das steuerrechtliche Gemeinnützigkeitsrecht einen wesentlichen Themenschwerpunkt. Darüber hinaus leistet das Institut interdisziplinäre Forschungsarbeit, indem besonders Erkenntnisse der Ökonomie und der Sozialwissenschaften zum philantrophischen Handeln ein­bezogen werden. Das Institut unterhält regen Kontakt zu zahlreichen ausländischen Wissen­schaftlern und veranstaltet im regelmäßigen Turnus wissenschaftliche Symposien mit internationaler Besetzung. 

Das Institut gibt verschiedene Publikationen heraus, u.a. eine Schriftenreihe sowie das Non Profit Law Yearbook - ein Forum für wissenschaftliche Grundsatzbeiträge, ergänzt durch Jahresberichte über die Entwicklung des Non Profit Rechts in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Literatur. Mit seiner vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift für das Recht der Non Profit Organisationen - (npoR) informiert das Institut über aktuelle Rechtsentwicklungen im Non-Profit Bereich. Weitere Informationen...

Mit den "Hamburger Tagen des Stiftungs- und Non-Profit-Rechts" wendet sich das Institut jährlich Anfang November gezielt an Juristen, Steuerfachleute und Non-Profit-Praktiker, die Fort- und Weiterbildung auf hohem Niveau suchen. Die "Hamburger Tage des Stiftungs- und Non-Profit-Rechts" haben sich in den vergangen Jahren zu der wissenschaftlichen Jahrestagung des Dritten Sektors entwickelt. Auf dem zweimal im Jahr statt findenden "Länderabend" referieren ausländische Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zum Non-Profit Recht ihres Heimatlandes und geben interessante Einblicke in grenz­über­schreitende Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Die Referate werden als Discussion Papers den Teilnehmern und anderen Interessierten zur Verfügung gestellt. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bank findet halbjährlich ein Themen­nach­mittag zu speziellen Fragen des Stiftungsrechts statt. Weitere Informationen zu Veranstaltungen des Instituts...

Studierende der Bucerius Law School haben am Institut die Möglichkeit zur Belegung von Wahlfachveranstaltungen. Das Institut gibt qualifizierten Nachwuchswissenschaftlern ferner die Möglichkeit zur Promotion. Die Forschungsarbeit im Bereich des Non-Profit Rechts fördert und unterstützt das Institut durch die jährliche Ausrichtung eines Doktor­an­den­seminars im Juni, zu dem auch auswärtige Doktoranden herzlich willkommen sind. Besonders herausragenden Forschungsleistungen können durch die Verleihung des W. Rainer Walz- Preises ausgezeichnet werden.

Dank großzügiger Unterstützung des Spenderpaares Sigrid und Rolf Hunck konnte die Institutsbibliothek maßgeblich erweitert und um internationale Literatur ergänzt werden. Die Bibliotheca Hunck steht nach Absprache auswärtigen Gästen für die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet des Non-Profit-Rechts zur Verfügung.

W. Rainer Walz, der am 16. Juli 2006 bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist, war seit April 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Steuerrecht und Direktor des Instituts für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen.

Das Studium der Rechtswissenschaft absolvierte Walz von 1962 bis 1967 in Köln und Tübingen. 1968 folgte der Abschluss eines LL.M. an der University of California in Berkeley mit seiner Arbeit zur Enteignungsentschädigung. Im Jahr 1972 legte Walz das Zweite Juristische Staatsexamen ab. Von 1969 bis 1972 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter, später Assistent bei Professor Dr. Friedrich Kübler an den Universitäten Gießen und Konstanz. 1972 wurde Walz mit der Arbeit "Der Schutzinhalt des Patentrechts im Recht der Wettbewerbsbeschränkungen" bei Prof. Dr. Ludwig Raiser, Universität Tübingen, promoviert. Die Arbeit wurde mit dem Preis der juristischen Fakultät bedacht.

1973 schrieb Walz den ersten ausführlichen Beitrag im deutschen Sprachraum zur später stark expandierenden ökonomischen Analyse des Rechts in der Festschrift für Ludwig Raiser. Zu dieser Zeit fing er an, sich stark für die Querverbindungen von Steuerrecht und Zivilrecht zu interessieren. Von 1976 bis 2002 war er Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft II (Reformierte Juristenausbildung) der Universität Hamburg. Dort richtete er den ersten unternehmenssteuerrechtlichen Wahlschwerpunkt an deutschen Universitäten ein, wobei insbesondere der Lehraustausch mit dem Finanzgericht Hamburg gepflegt wurde. 1984 bis 1988 war er Vizepräsident des Hamburger Ausbildungs- und Prüfungsamtes für die Einstufige Juristenausbildung. Wissenschaftlich beschäftigte er sich in dieser Zeit insbesondere mit der Integration von Rechtswissenschaft und Ökonomie und mit den Übergängen von Zivil- und Steuerrecht. Später kamen eine stärkere Befassung mit dem Bilanzrecht und noch später mit dem Stiftungszivil- und -steuerrecht dazu. Walz absolvierte Forschungsaufenthalte von mehreren Monaten in Berkeley in Kalifornien und einen sechswöchigen Lehraufenthalt an der National University of Law in Bangalore, Indien.

Walz engagierte sich außerhalb der Bucerius Law School im Rahmen des Erasmus Programms Law and Economics (postgraduierter englischsprachiger Studiengang, als Mitglied des Graduiertenkollegs Recht und Ökonomik am Fachbereich Rechtswissenschaft, dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Hamburg und des Max-Planck-Instituts für Ausländisches und Internationales Privatrecht).

Er war Mitglied bei der Deutschen Zivilrechtslehrervereinigung, der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft für Rechnungslegungstheorie beim Verein für Socialpolitik, dem Bundesverband Deutscher Stiftungen und beim Deutschen Juristentag, für den er im Jahr 1980 das Gutachten zur Notwendigkeit einer Unternehmenssteuerreform verfasst hat.

Seine Forschungsschwerpunkte waren die Grenzbereiche zwischen Privatrecht und ökonomischer Theorie, Bilanzrecht und Betriebswirtschaft, Steuerrecht und Zivilrecht.

Kontakt

Institut für Stiftungrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen
Bucerius Law School
Jungiusstraße 6
20355 Hamburg

Tel.: (040) 3 07 06 - 270 (Sekretariat)
Fax: (040) 3 07 06 - 275
E-Mail: julia.theele(at)law-school.de