Lehre & Forschung

Zentrum für Sicherheit und Recht

Über das Zentrum

Wir sind der Überzeugung, dass sicherheitsrechtliche Fragestellungen angesichts der derzeitigen weltpolitischen Lage eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Dies fordert nicht nur die Politik heraus, sondern auch die universitäre Forschung. Angesichts der Komplexität der aktuellen Herausforderungen ist es notwendig Akteure und Disziplinen zusammenzuführen, Vorgehen zu koordinieren, Kräfte zu bündeln und den (rechtlichen) Rahmen auszuleuchten, in dem sich die staatlichen und privaten Antworten auf moderne Sicherheitsherausforderungen bewegen müssen.

Aus dieser Überzeugung wurde 2015 an der Bucerius Law School das Zentrum für Sicherheit und Recht gegründet. Mit dem Zentrum wird der seit 2010 etablierte Forschungsbereich „Sicherheitsforschung“ an der Hochschule verfestigt und das Fundament für weitere Projekte zu aktuellen Herausforderungen der internationalen Sicherheitsarchitektur an der Hochschule geschaffen.

Professor Dr. Doris König, M.C.L., Bucerius Law School, Hamburg

Professor Dr. Doris König, M.C.L. (Miami), Richterin des Bundesverfassungsgerichts

Direktorin des Zentrums für Sicherheit und Recht

Doris König hat mit einem Piraterie- und Terrorismusforschungsprojekt sowie dem laufenden KORSE-Projekt das Fundament für rechtliche Sicherheitsforschung an der Bucerius Law School gelegt. Nach ihrer Berufung an den Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts setzt sie diese Tradition nun als Direktorin des Zentrums für Sicherheit und Recht fort.

Claussen-Simon-Stiftungslehrstuhl für Internationales Recht

Professor Dr. Jasper Finke, LL.M., Bucerius Law School, Hamburg

Professor Dr. Jasper Finke, LL.M. (Columbia)

Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Sicherheit und Recht

Jasper Finke ist Juniorprofessor für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Bucerius Law School. Im Rahmen seiner Forschung untersucht er vor allem das Verhältnis von Krisen und Recht und die langfristigen Veränderungen, die Krisen in Rechtsordnungen auslösen können. Weitere Forschungsbereiche sind im allgemeinen Völkerrecht der Immunitätsgrundsatz sowie Fragen der institutionellen Kooperation völkerrechtlicher Regime, Akteure und Subsysteme.

Juniorprofessor für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht

Dr. Tim René Salomon

Fellow

Tim René Salomon hat im Rahmen der Teilnahme der Bucerius Law School an einem interdisziplinären Piraterie- und Terrorismusforschungsprojekt über die internationale Strafverfolgungsstrategie gegenüber Piraterieverdächtigen promoviert. Auch darüber hinaus befasst er sich intensiv mit Rechtsfragen der internationalen und nationalen Sicherheitsarchitektur.

Die Bucerius Law School blickt mittlerweile auf eine erfolgreiche interdisziplinäre Forschungstätigkeit im Bereich der Sicherheitsforschung zurück. Seit 2010 ist die Hochschule an Projekten beteiligt, die sich mit aktuellen Herausforderungen der Sicherheitsgewährleistung auseinandersetzen. Schwerpunktthemen waren hierbei der internationale Terrorismus, transnational agierende Kriminalität, Flüchtlingsströme und Seehandelssicherheit. Regelmäßig wurden diese Themen in enger Kooperation mit anderen Forschungsinstituten und Sicherheitsorganisationen sowie -behörden bearbeitet.

  • Mit dem Projekt Kompetenznetzwerk für das Recht der zivilen Sicherheit in Europa etablieren die Universität Freiburg, die Bucerius Law-School, die Humboldt Universität Berlin und die Deutsche Hochschule der Polizei ein europaweit sichtbares Forschungsnetzwerk, das den rechtlichen Fragestellungen einer europäischen Sicherheitsstrategie innerhalb der rechtspolitischen Agenda des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts begegnet. Hieran ist die Bucerius Law-School mit dem Unterprojekt „Beiträge zur Maritimen Sicherheitsarchitektur im 21. Jahrhundert“ (BMS 21) beteiligt. Hierin widmet sie sich der europäischen maritimen Sicherheitsstrategie und wendet sich verschiedenen Themen der maritimen Sicherheit sowohl aus europa- und völkerrechtlicher als auch aus nationalrechtlicher Perspektive zu.
  • Von 2010 bis 2013 war die Bucerius Law School am Projekt Piraterie und maritimer Terrorismus als Herausforderungen für die Seehandelssicherheit beteiligt. Das Ziel des Teilvorhabens der Bucerius Law School war es dabei, den völker-, europa- und nationalrechtlichen Normenbestand, der für die Bekämpfung von maritimem Terrorismus und Piraterie einschlägig ist, zusammenzuführen, zu systematisieren und nach einer Analyse Lücken bzw. Steuerungsdefizite aufzudecken. Darauf fußend wurden Handlungsoptionen zur Optimierung des rechtlichen Rahmens erarbeitet.

  • Sebastian tho Pesch
    Die Ozeane sind die Zukunft der grünen Energie. Die zunehmende Skepsis, insbesondere nach der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011, gegenüber Atomenergie unterstreicht ein Umdenken für zukünftige Energieerzeugung. Folgerichtig wird der Bau von Offshore-Windparks heute stärker denn je verfolgt. Riesige Gebiete, vor allem in der AWZ, werden diesem Zweck gewidmet. Viele Küstenstaaten haben Gesetze zur maritimen Raumordnung erlassen, um ein Nebeneinander von verschiedenen Nutzungen der Meeresflächen zu organisieren. Das setzt Abwägungsprozesse zwischen den verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten voraus. Diese werden im Rahmen der Arbeit insbesondere vor dem Hintergrund der Rechte dritter Staaten, insbesondere der Schifffahrtsfreiheit, untersucht. Wie müssen Küstenstaaten diese Freiheiten berücksichtigen und gewährleisten, wenn Offshore-Windparks und andere exklusive Nutzungen die Freiheit der Meere naturgemäß örtlich ausschließen?
  • Martin Fischer
    Zunehmend ist die internationale Gemeinschaft mit neuen, „asymmetrischen“ Gefährdungsszenarien konfrontiert, wobei in der jüngeren Vergangenheit die Bedrohung des maritimen Welthandels durch das verstärkte Aufkommen der Piraterie am Horn von Afrika für große Aufmerksamkeit gesorgt hat. Das Forschungsvorhaben untersucht am Beispiel der Pirateriebekämpfung, inwieweit die Emergenz transnationaler Kriminalitätsstrukturen auch eine Transnationalisierung des Völkerrechts zur Folge hat und ob sich insofern Ansätze einer „Global Crime Governance“ erkennen lassen.
  • Lisa Marie Komp
    Seit langem stellen die massiven Migrationsströme von Nord-Afrika, über das Mittelmeer in Richtung Europa eine große Herausforderung für alle Mittelmeerstaaten dar, ebenso wie für die Europäische Union insgesamt. Die Flucht in ein besseres Leben über das Meer ist aus Sicht der Migranten, die tödlichste Art zu Reisen und aus Sicht der Zielländer sehr schwierig ein zu dämmen. Die Möglichkeiten und die Grenzen eines Eingreifens und der Zusammenarbeit zwischen Staaten sollen aufgezeigt werden.
  • Annelie Siemsen
    Informationsgewinnung, -verarbeitung und -weitergabe sind wesentliche Bausteine der internationalen Sicherheitspolitik. So haben z.B. die ISAF-Streitkräfte während des Einsatzes in Afghanistan Millionen biometrischer Daten von Einheimischen erhoben und auf Datenbanken in den USA gespeichert. In Deutschland wäre ein solches Vorgehen wegen fehlender, effektiver Zweckbindung und mangels eines berechtigenden Anlasses vor dem Hintergrund des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung problematisch. Durch den Auslandsbezug rückt jedoch vor allem die Frage nach einem völkerrechtlichen und transnationalem Rechtsregime in den Fokus, das es ermöglicht, die Rechtmäßigkeit der Datenerhebung vor dem Hintergrund eines bewaffneten Konflikts und der allgegenwärtigen Terrorismusgefahr bewerten zu können. Ziel der Arbeit ist es, die Grundstrukturen dieses Rechtsregimes am Beispiel der Bundeswehr herauszuarbeiten, wobei auch das Problem der Grundrechtsbindung berücksichtigt wird
  • Sebastian tho Pesch, Coastal State Jurisdiction around Installations: Safety Zones in the Law of the Sea, International Journal of Marine and Coastal Law 30 (2015), (im Erscheinen, online bereits verfügbar);
  • Tim René Salomon, Strafverfolgung von Piraterieverdächtigen am Beispiel der Piraterie vor der Küste Somalias, 2015, im Erscheinen
  • Doris König, Maritime Security: Cooperative Means to Address New Challenges, German Yearbook of International Law 57 (2014), im Erscheinen
  • Jasper Finke, Beyond Certainty: Experimentalism as an Answer to the I.C.J.'s Decision in Germany v. Italy, in: Delbrück, u.a. (Hrsg.), Aus Kiel in die Welt: Kiel's Contribution to International Law, Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht, 2014,
    S. 55-68
  • Doris König/Tim René Salomon, Fighting Piracy – The German Perspective, in: Koutrakos/Skordas (Hrsg.), The Law and Practice of Piracy at Sea: European and International Perspectives, 2014, S. 225-248
  • Doris König/Sebastian tho Pesch, Der Festlandsockelvertrag von 1964 und seine Auswirkungen auf die deutsch-niederländische Küstenmeergrenze, Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht 73 (2013),
    S. 483-508
  • Tim René Salomon/Sebastian tho Pesch, Das Zulassungsregime für bewaffnete Sicherheitsdienste auf Handelsschiffen, Die öffentliche Verwaltung 2013, S. 760-769
  • Jasper Finke, Sovereign Immunity: Rule, Comity or Something Else?, European Journal of International Law 21 (2011), S. 853-881

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