Leitbild

Freiheit des Denkens – universitäre Erneuerung – gesellschaftliche Verantwortung

Die von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gegründete Bucerius Law School ist eine private wissenschaftliche Hochschule, die die deutsche Juristenausbildung nachhaltig erneuern und zur Präsenz der deutschen Rechtswissenschaft im internationalen Diskurs beitragen will. Im Sinne des Stifters Gerd Bucerius möchte die Hochschule hervorragend ausgebildete Persönlichkeiten hervorbringen, die ihre Fähigkeiten in den Dienst der Gesellschaft stellen und Verantwortung für andere übernehmen. Sie bildet eine akademische Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden, in der konstruktiv-kritisches Denken, Gestaltungs- und Führungskraft verbunden mit Teamgeist, Weltoffenheit und Gemeinsinn gefördert werden. Ausgehend von den bewahrenswerten Anforderungen der deutschen Juristenausbildung will die Bucerius Law School das Ideal bester Ausbildung verwirklichen. Sie weiß sich dabei dem Gedanken einer Harmonisierung der Studiengänge innerhalb Europas verpflichtet.

Die Studierenden der Bucerius Law School sind offene und kritikfähige junge Menschen, die ihre Begabungen und Fähigkeiten klug und entschlossen entfalten. Charakteristisch für das Studium an der Bucerius Law School sind der fachliche wie persönliche Austausch und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Lernenden und Lehrenden. Mit den Jahren entsteht daraus ein festes und dauerhaftes Band zwischen den Studierenden, den Absolventen und der Hochschule.

Das Studium verbindet die Bedürfnisse der Rechtspraxis mit einer wissenschaftlichen Durchdringung des Rechts. Es gründet auf der Einheit von Lehre und Forschung. Diese zeigt sich nicht nur in der Verzahnung von Forschungsschwerpunkten und Lehrinhalten, sondern auch in Anregungen, welche die Lehrenden für ihre wissenschaftliche Arbeit aus dem fachlichen Gespräch mit den Studierenden ziehen. Großer Wert wird auf den Dialog mit der Rechtspraxis und die juristischen Grundlagenfächer, auf die Kenntnis ausländischer Rechtsordnungen und internationaler Diskurse, auf das Studium generale und eine solide wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung gelegt. Prägend für Studium und Lehre ist die internationale Ausrichtung. Diese zeigt sich in der Verankerung des obligatorischen Auslandsstudiums, der offenen Aufnahme ausländischer Studierender befreundeter Universitäten weltweit, in Graduiertenprogrammen sowie in der Veranstaltung von Summer Schools und weiteren Programmen im Ausland. Die institutionellen Angebote der Bucerius Law School erstrecken sich auf Kunst, Kultur, Sport und andere gesellschaftliche Bereiche. Gerade auf diesen Feldern bereichern studentische Initiativen das abwechslungsreiche Hochschulleben.

Die Bucerius Law School achtet und fördert die freie und eigenverantwortliche Forschung der Professoren, Privatdozenten, wissenschaftlichen Assistenten und Mitarbeiter. Sie alle schätzen die intradisziplinäre Zusammenarbeit an der Bucerius Law School und sind offen für den interdisziplinären Austausch. Die Hochschule bietet ihnen den Freiraum, Gedanken zu entwickeln, die in der vielstimmigen Wissenschaftsgemeinschaft aufgegriffen werden. Mit ihrem Netzwerk renommierter Partnerhochschulen unterstützt die Bucerius Law School den wissenschaftlichen Austausch auf internationaler Ebene und schafft damit eine Plattform zur Pflege weltweiter Forschungskontakte.

Eine zentrale Aufgabe sehen die Professoren in der persönlichen Betreuung und geistigen Förderung ihrer wissenschaftlichen Assistenten und Mitarbeiter, Habilitanden und Doktoranden. Neben der eigenen Forschungstätigkeit bestimmt der intensive, für beide Seiten wertvolle Austausch mit den Studierenden die Arbeit der wissenschaftlichen Assistenten und Mitarbeiter. Sie übernehmen wichtige Lehraufgaben und verfügen über hinreichend Zeit für eigene Forschungen.

Die Hochschulverwaltung bildet mit der Hochschulleitung das organisatorische Rückgrat der Bucerius Law School. Die Mitarbeiter fühlen sich den Prinzipien der Eigenverantwortung und des Teamgeistes verpflichtet und sorgen für einen reibungslosen Hochschulalltag, in dem die Bedürfnisse von Lernenden, Lehrenden und Forschenden verwirklicht werden.

Die Hochschulleitung gibt Impulse für die Verwirklichung der hier niedergelegten Maximen und greift entsprechende Anstöße aus der Hochschule auf. Unter Wahrung der Vertraulichkeit in persönlichen Belangen schafft sie die Voraussetzungen für Partizipation und Transparenz in Hochschulangelegenheiten. Die Hochschulleitung ist verantwortlich dafür, dass das Hochschulleben in der geschilderten Weise und innerhalb des bestehenden finanziellen Rahmens abläuft.

Private Förderungen sind ein Vertrauensbeweis der Gesellschaft. Ihre Gewinnung und Pflege gehört zum Selbstverständnis der Bucerius Law School. Im Wissen um ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitgliedern, der Gesellschaft und ihren Förderern erkundet die Hochschule neue Wege, den wachsenden Anforderungen wissensbasierter Gesellschaften gerecht zu werden. Weiteren Entwicklungen in der Graduiertenförderung und benachbarten Fächern steht sie offen gegenüber. Nach sorgfältiger Planung und Abwägung wird sie ihre Programme ausbauen. Sie will auf diesem Weg einen bleibenden Beitrag für die Erneuerung und Bewährung der universitären Aus- und Weiterbildung durch privates Engagement leisten.

Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius begleitet die Bucerius Law School als Gründerin, Alleingesellschafterin und größte Förderin unter Wahrung der wissenschaftlichen Autonomie der Hochschule. Hochschule und Stiftung sind im Dienste einer gedeihlichen Entwicklung von Forschung und Lehre verbunden.

 

Dieses Leitbild wurde von den Mitgliedern der Hochschule erarbeitet, vom Kuratorium und Aufsichtsrat der Bucerius Law School billigend zur Kenntnis genommen und vom Senat der Hochschule am 5. Juli 2006 verabschiedet.