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06.12.2016

Bucerius Greater China Talk: The Umbrella Movement in Hong Kong

Professor Helen Siu über das Verhältnis zwischen Hong Kong und China – One Country, Two Systems

Prof. Helen Siu in der Diskussion

Professor Helen Siu, PhD, Anthropologin an der Universität Yale, hat am 23. November 2016 den dritten Bucerius Greater China Talk in Kooperation mit dem Studium generale und im Rahmen der CHINA TIME HAMBURG an der Bucerius Law School gehalten. Nach einer kurzen Einführung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Katharina Boele-Woelki, Präsidentin der Bucerius Law School, mit der sie zusammen den Vorsitz des Internationalen Beirats der Alexander von Humboldt Stiftung innehat, hielt Prof. Siu einen Vortrag unter dem Titel „The Umbrella Movement in Hong Kong – Social Protests Challenging Chinese Sovereignty“.

Nach 156-jähriger Kolonialherrschaft hat das Vereinigte Königreichs die Verwaltung Hong Kongs 1997 an die Volksrepublik China unter der Bedingung übertragen, dass Hong Kong für die nächsten 50 Jahre unter anderem sein „Basic Law“, ein kapitalistisches Wirtschaftssystem und den liberalen Hong Kong „Way of Life“ beibehalten dürfe. Versuche Chinas, diese Regelung – „One Country, Two Systems“ – durch offene und verdeckte Einflussnahme zu durchbrechen, haben über die Jahre zu sozialen Spannungen und Protesten geführt. Nachdem Peking 2014 die angekündigte Liberalisierung der Wahl von Hong Kongs Verwaltungschef nicht umgesetzt hat, versammelten sich von September bis Dezember 2014 zeitweise über 100.000 Demonstranten auf den Straßen Hong Kongs. Die dort zum Schutz vor Tränengas genutzten Regenschirme wurden zum Symbol des „Umbrella Movement“.

Prof. Siu hat die zugrundeliegenden sozialen und politischen Entwicklungen in einem visuellen und sehr persönlichen Vortrag dargestellt. Zusätzlich zu den ideologischen und politischen Differenzen sieht sie in der zunehmenden wirtschaftlichen Konkurrenz Chinas und dem drohenden Verlust der kulturellen Eigenheiten Hong Kongs weitere Triebkräfte für Konflikte.

An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum an.

Leon Blacher, Student