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31.01.2017

Lebensbrüche

Auftaktveranstaltung der neuen Reihe „Was kann ich glauben?“

In säkularen Gesellschaften, wie es die heutige deutsche ist, wird Religion im öffentlichen Diskurs hauptsächlich als politisches Konfliktfeld und weniger als individuelles Leitmotiv wahrgenommen. Die neue Veranstaltungsreihe „Was kann ich glauben?“ des Studium generale in Kooperation mit dem Kulturbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Katholischen Akademie Hamburg und der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg widmet sich der prinzipiellen Erörterung aktueller Glaubensfragen und damit der Rückbesinnung auf die eigentlichen Fragen und Antworten, die die Religion abseits von politischen Kontexten bietet.

Am 11.01.2017 fand die Auftaktveranstaltung mit dem Titel „Glaubens-Wege“ an der Bucerius Law School statt. Als Podiumsgäste geladen waren Esra Küçük, Initiatorin der „Jungen Islam Konferenz Deutschland“ sowie Leiterin des Gorki Forums in Berlin, und Prof. Dr. Jacob Joussen, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Sozialrecht an der Universität Bochum. Die Moderation übernahmen Dr. Johann Hinrich Claussen (Evangelische Kirche in Deutschland) und Dr. Stephan Loos (Katholische Akademie Hamburg).

Küçük beschrieb zunächst ihren Weg zum Gorki-Theater in Berlin. Schon in ihrer Kindheit als migrantisches Kind in Hamburg habe sie sich an dem ihr zugewiesenen Label „Türkisch-Sein“ gestört. Später im Beruf wurde dann aus „Türkisch-Sein“ das „Muslima-Sein“. Schließlich gründete sie die Junge Islam Konferenz, um sich mit Muslimbildern in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Sie sei es leid, ständig als „Putzfrau der Nation“ dafür zuständig zu sein, Vorurteile und Fremdbilder gegenüber Muslimen zu widerlegen. Am Gorki-Theater arbeite sie mit einem sehr jungen Ensemble unterschiedlichster Herkunft daran, diese Fremdbilder theatralisch zu reflektieren und zu überwinden.

Prof. Dr. Joussen hingegen stammt aus einem katholischen Elternhaus und wollte seine ganze Jugend Priester werden. Während seines Studiums an der Päpstlichen Universität Gregoriana habe er in jungen Jahren ein Schlüsselerlebnis gehabt und die katholische Dogmatik nicht mehr verstanden. Heutzutage ist er Mitglied des EKD-Rates.