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28.09.2017

Liebesgrüße aus Moskau – Unsere Law Clinic erhält Besuch aus Russland

Nach langem Warten war es am 18. Juli 2017 endlich so weit, die Law Clinic an der Bucerius Law School erhielt Besuch aus Russland.

Dank der guten Organisation von Georgii Patiulin, dem stellvertretenden Direktor des Zentrums für die Entwicklung Juristischer Kliniken in Russland, und Claudia Crawford von der Konrad-Adenauer-Stiftung kamen VertreterInnen von Law Clinics an fünf großen russischen Universitäten auf ihrer Informationsreise durch Deutschland auch zu uns nach Hamburg.

Nach einem herzlichen Empfang durch Dekan Clifford Larsen, Meinhard Weizmann – der die Gäste sogar auf Russisch begrüßte! – und durch das Team der Law Clinic begann der Austausch, auf den sich beide Seiten schon lange gefreut hatten. Sämtliche sprachliche Barrieren wurden durch die exzellente Übersetzung zweier Dolmetscher überwunden, die die Delegation begleiteten. Nach einem Vortrag von Bianca Sukrow über die Rahmenbedingungen der studentischen Rechtsberatung in Deutschland und den Aufbau unserer Law Clinic fand eine rege Unterhaltung über die Ähnlichkeiten, die Funktionsweise, die Organisation aber auch die Unterschiede der Law Clinics aus den verschiedenen Jurisdiktionen statt.

Anders als in Deutschland darf in Russland jeder, auch Laien, juristischen Rat erteilen; ein Anspruch auf Hilfe im Prozessfall ist ausschließlich für strafrechtliche Fälle vorgesehen. Besonders für Mittellose ist der Stellenwert von professionellen Law Clinics daher sehr hoch. Entsprechend groß ist die Nachfrage. Es stellte sich auch heraus, dass einige Law Clinics in Russland bereits vor etwa 20 Jahren entstanden sind und damit deutlich älter sind als die Law Clinics in Deutschland. Daher ist die Vernetzung der Law Clinics untereinander auch schon fortgeschrittener, denn mit dem Zentrum für die Entwicklung Juristischer Kliniken besteht in Russland bereits seit Längerem eine durchsetzungsfähige Vertretung, sogar auf politischer Ebene.

Die Zeit verging wie im Flug und weitere Möglichkeiten zum Austausch – unter anderem in Russland und Mexiko – wurden bereits ins Auge gefasst. Für die russische Delegation ging es anschließend mit dem Zug weiter nach Berlin. Es hieß am Ende herzlich: „До свидания!“ Auf Wiedersehen!

Immanuel Vorbach