Prof. W. Rainer Walz (†)

W. Rainer Walz, der am 16. Juli 2006 bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist, war seit April 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Steuerrecht und Direktor des Instituts für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen.

Das Studium der Rechtswissenschaft absolvierte Walz von 1962 bis 1967 in Köln und Tübingen. 1968 folgte der Abschluss eines LL.M. an der University of California in Berkeley mit seiner Arbeit zur Enteignungsentschädigung. Im Jahr 1972 legte Walz das Zweite Juristische Staatsexamen ab. Von 1969 bis 1972 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter, später Assistent bei Professor Dr. Friedrich Kübler an den Universitäten Gießen und Konstanz. 1972 wurde Walz mit der Arbeit "Der Schutzinhalt des Patentrechts im Recht der Wettbewerbsbeschränkungen" bei Prof. Dr. Ludwig Raiser, Universität Tübingen, promoviert. Die Arbeit wurde mit dem Preis der juristischen Fakultät bedacht.

1973 schrieb Walz den ersten ausführlichen Beitrag im deutschen Sprachraum zur später stark expandierenden ökonomischen Analyse des Rechts in der Festschrift für Ludwig Raiser. Zu dieser Zeit fing er an, sich stark für die Querverbindungen von Steuerrecht und Zivilrecht zu interessieren. Von 1976 bis 2002 war er Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft II (Reformierte Juristenausbildung) der Universität Hamburg. Dort richtete er den ersten unternehmenssteuerrechtlichen Wahlschwerpunkt an deutschen Universitäten ein, wobei insbesondere der Lehraustausch mit dem Finanzgericht Hamburg gepflegt wurde. 1984 bis 1988 war er Vizepräsident des Hamburger Ausbildungs- und Prüfungsamtes für die Einstufige Juristenausbildung. Wissenschaftlich beschäftigte er sich in dieser Zeit insbesondere mit der Integration von Rechtswissenschaft und Ökonomie und mit den Übergängen von Zivil- und Steuerrecht. Später kamen eine stärkere Befassung mit dem Bilanzrecht und noch später mit dem Stiftungszivil- und -steuerrecht dazu. Walz absolvierte Forschungsaufenthalte von mehreren Monaten in Berkeley in Kalifornien und einen sechswöchigen Lehraufenthalt an der National University of Law in Bangalore, Indien.

Walz engagierte sich außerhalb der Bucerius Law School im Rahmen des Erasmus Programms Law and Economics (postgraduierter englischsprachiger Studiengang, als Mitglied des Graduiertenkollegs Recht und Ökonomik am Fachbereich Rechtswissenschaft, dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Hamburg und des Max-Planck-Instituts für Ausländisches und Internationales Privatrecht).

Er war Mitglied bei der Deutschen Zivilrechtslehrervereinigung, der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft für Rechnungslegungstheorie beim Verein für Socialpolitik, dem Bundesverband Deutscher Stiftungen und beim Deutschen Juristentag, für den er im Jahr 1980 das Gutachten zur Notwendigkeit einer Unternehmenssteuerreform verfasst hat.

Seine Forschungsschwerpunkte waren die Grenzbereiche zwischen Privatrecht und ökonomischer Theorie, Bilanzrecht und Betriebswirtschaft, Steuerrecht und Zivilrecht.