Lehre & Forschung

Forschungsprofessuren

Seit 2019

Visiting Research Professor 2019

Professor Daniel Katz (Illinois)

Professor Daniel Katz

Die Absolventen der Bucerius Law School Janis Beckedorf, Corinna Coupette und Dirk Hartung führen gemeinsam mit Professor Daniel Katz ein Forschungsgebiet zur qualitativen Rechtswissenschaft durch. Dafür wird ein zweimonatiger Aufenthalt von Katz in Hamburg ermöglicht. Katz ist Inhaber eines rechtswissenschaftlichen Lehrstuhls an der Universität Illinois und führender Vertreter mathematischer und empirischer Methoden für rechtswissenschaftliche Komplexitätsanalysen, die zunehmend auch innerhalb der Rechtswissenschaft und der Rechtsvergleichung verwendet werden. Das Projekt soll drei konkrete Beiträge leisten: einen zur Rechtstheorie und zur Rechtsvergleichung, einen zur rechtlichen Methodik und einen zur rechtlichen Praxis. Beispielhaft soll ermittelt werden, wie diese Methode anwendbar ist, um strukturelle und funktionale Unterschiede von Rechtssystemen besser zu erkennen, um die Entwicklung eines Rechtssystems im Zeitablauf besser zu verstehen, und um Rechtspraktikern methodische Instrumente für konzisere und kohärentere Gesetzesvorlagen zur Verfügung zu stellen. Geplant sind mehrere Veröffentlichung in englischer Sprache zu den verwendeten Methoden, zur Rechtsvergleichung und zur generellen gesellschaftlichen Bedeutung sich verändernder Rechtstexte sowohl in natur- als auch in rechtswissenschaftlichen Journals.

Visiting Research Professor 2019

Professor Shuba Ghosh (Syracuse)

Professor Shuba Ghosh

Dana Beldiman, Direktorin unseres IP-Centers wird mit Professor Shuba Ghosh ein empirisches Projekt über die Auswirkungen der Normen des gewerblichen Rechtsschutzes auf die Organisation von Unternehmungen durchführen. Ghosh, der für drei Monate an der Bucerius Law School tätig sein wird, ist durch seine rechtsökonomischen Schriften zum gewerblichen Rechtsschutz ein international bekannter Rechtswissenschaftler. Das gemeinsame Projekt hat drei Dimensionen. Die erste ist theoretisch und fasst jene Forschungsergebnisse zusammen, die den Zusammenhang zwischen Schutzrechten und Innovationen untersucht haben. Die zweite bezieht sich auf die Rolle von Juristen innerhalb von Unternehmungen, die die Nutzung und Verwertung von Innovationen rechtlich gestalten. Diese ist bisher wenig analysiert worden hat aber große Wirkungen nicht nur darauf, wie Verträge gestaltet, sondern auch wie Unternehmungen organisiert werden. Die dritte Dimension enthält die geplante empirische Studie. Sie soll durch Befragungen von praktizierenden Anwälten in Deutschland herausfinden, wie Schutzrechte die tatsächlichen Austausch- und Organisationsverträge in der Praxis beeinflussen. Die Studie greift methodisch auf Vorarbeiten in der Literatur, auch solche von Ghosh zurück. Die Ergebnisse sollen in einer Fachzeitschrift publiziert werden.


Seit 2018

Distinguished Visiting Research Professor 2018

Avishalom Tor

Professor Avishalom Tor

Avishalom Tor, Professor für Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht an der Notre Dame Universität (Indiana, USA) hat in Israel eine Ausbildung als Psychologe an der Universität Jerusalem erhalten, dem Ursprungsort und einem wichtigen Zentrum der Verhaltenswissenschaft, die spektakuläre Forschungsergebnisse hervorgebracht hat. Diese zeigen, dass individuelle Entscheidungen heuristischen Verzerrungen unterliegen, die bis vor kurzem gänzlich unbekannt waren und vom rationalen Entscheidungsverhalten und im weiteren Sinne von vernünftigem Verhalten abweichen. Avishalom Tor ist einer der profiliertesten empirisch arbeitenden Rechtswissenschaftler auf diesem Gebiet. Er führt mit Florian Faust eine empirische Studie zum Konsumentenverhalten durch und hat 2018 80 Tage an der Bucerius Law School geforscht. An der Studie sind auch Studierende der Gruppe „The Rational Think Tank“ beteiligt, die insbesondere an den Auswirkungen verhaltensökonomischer Forschung auf das Recht interessiert ist.

Bei dem gemeinsamen Forschungsprojekt geht es um die Frage, ob die Abgrenzung des Konsumenten vom Nicht-Konsumenten im EU-Recht zielführend oder kontraproduktiv ist. Nach dieser Definition kommt es auf den Zweck des Kaufs (für den privaten Konsum oder für geschäftliche Zwecke) an, ob eine Transaktion dem Konsumentenschutz unterfällt oder nicht. Dies ist vielfach kritisiert worden. Die empirische Studie will herausfinden ob die gleichen Individuen sich bei Konsumverträgen anders und weniger rational verhalten als wenn sie geschäftliche Transaktionen durchführen. Die bisherigen Ergebnisse der Befragungen und der Beobachtungen tatsächlichen Verhaltens scheinen dies in einem nicht erwarteten Umfang zu bestätigen. Die Studie soll 2019 abgeschlossen und die Veröffentlichung vorbereitet werden.