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21.02.2019

Berufsbild: Diplomat

Dr. Lars-Uwe Kettner, Alumnus der Bucerius Law School, spricht über seine Arbeit beim Auswärtigen Amt

Wie der voll besetzte Seminarraum in der Bucerius Law School am Abend des 14. Februars bestätigte, weckt der Beruf des Diplomaten bei Vielen großes Interesse. Dr. Lars-Uwe Kettner, Konsul an der Deutschen Botschaft in Tel Aviv, gewährte dort an diesem Abend einen ausführlichen Einblick in seinen Arbeitsalltag beim Auswärtigen Amt.

Zunächst berichtete er von seinem Werdegang, wie er nach dem 2. Staatsexamen drei Jahre als Unternehmensberater bei BCG (Boston Consulting Group) arbeitete und sich anschließend einem Jugendtraum folgend beim Auswärtigen Amt bewarb.

Sein erster Einsatz brachte ihn dann 2016 als Generealkonsul nach Erbil, Irak. Dort sammelte er in verschiedensten Aufgabenbereichen Erfahrung. Diese umfassten politische Angelegenheiten, Wirtschaftspolitik und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem spielten Krisenprävention und die Bekämpfung der anhaltenden humanitären Krise vor Ort eine große Rolle. Kettner beschrieb zudem, dass auch die logistische Planung von politischen Besuchen aus Deutschland in seinen Aufgabenbereich fiel.

Da Erbil Teil eines Krisengebiets ist, lebte Kettner mit anderen Mitarbeitern des Konsulats in Containern auf dem Gelände, ohne seine Familie. Verlassen wurde es nur in Begleitung und hauptsächlich für berufliche Angelegenheiten.

Kettners zweiter Einsatz führte ihn in die Deutsche Botschaft in Tel Aviv. Dort leitet er nun die Rechts- und Konsularabteilung. Seine aktuellen Aufgaben betreffen hauptsächlich Visa, Pass-, Staatsangehörigkeit- und Namensrecht. Des Weiteren stellt die Berichterstattung im Rahmen des Nahostkonflikts eine große Aufgabe dar. Auch mit der Wiedergutmachung des Holocausts und aktueller Antisemitismusbekämpfung beschäftigt sich Kettner in Tel Aviv. Die Wohnsituation in der Stadt ist, anders als in Erbil, komplett frei.

Anschließend beantwortete Kettner Fragen aus dem Publikum, welche vor allem das Bewerbungsverfahren beim Auswärtigen Amt und das schwierige Vereinen von Privatleben und Berufsleben eines Diplomaten betrafen. Weitere Fragen konnten später bei Brezeln und Wein gestellt werden.

Hannah Trostdorf