5 Minuten mit: Prof. Christopher Bisping

Der britische Jurist freut sich auf die Arbeit am Master of Law and Business der Bucerius Law School – und auf die „britischste aller deutschen Städte“. - #2

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Professor Christopher Bisping hat im September 2021 seinen Posten als Dekan des Bucerius Master of Law and Business (MLB) angetreten. Damit folgt er auf Prof. Clifford Larsen, der das Programm fünfzehn Jahre lang führte. Das Master-Programm ergänzt die klassische Juristenausbildung an der Bucerius Law School, die zum Staatsexamen hinführt, um einen interdisziplinär und international ausgerichteten Studiengang für Studierende, die internationale Karrieren in Recht und Wirtschaft anstreben.

Prof. Bisping hat sowohl das Erste als auch das Zweite Juristische Staatsexamen, war danach aber überwiegend im Vereinigten Königreich tätig, unter anderem an der University of Leicester sowie an der University of Warwick. Dort forschte er schwerpunktmäßig im internationalen Vertrags- und Verbraucherrecht.

Kulturelle und universitäre Unterschiede

Aufgrund seines Werdegangs kennt Bisping sowohl Deutschland als auch das Vereinigte Königreich sehr gut: Diese Erfahrungen erlauben es ihm, in beiden Ländern wie ein Außenstehender zu beobachten, ohne aber zu dogmatisch zu sein.

So sei ihm in Deutschland zum Beispiel aufgefallen, dass oft sehr frontal unterrichtet werde. Im Vereinigten Königreich sehe dies anders aus: Grundlegende Inhalte würden ebenfalls in großen Gruppen vermittelt – ansonsten würde diese Veranstaltungen aber durch Lehre in kleinen Gruppen ergänzt. An der Bucerius Law School gefalle ihm, dass insofern eher „britisch“ gelehrt werde.

Nach kulturellen Unterschieden zwischen Deutschland und Bispings bisheriger Wirkungsstätte gefragt, sagt er: Ihm erschienen die Deutschen oft eher direkt, während Britinnen und Briten reservierter seien. In Großbritannien murre man hinter dem Rücken des anderen. In Deutschland hingegen habe er oft den Eindruck, man sage sich gegenseitig gerne, was der andere falsch gemacht hat.

Aber auch viele Gemeinsamkeiten vermag er festzustellen: Insbesondere würden Brit*innen und Deutsche gleichermaßen Bier und Bratwürste mögen – ganz im Gegensatz zu Franzosen und Französinnen, scherzt Bisping.

Vorteile einer internationalen Perspektive auf das Recht

Auch die Rechtssysteme der beiden Länder kennt Bisping natürlich gut: Hier herrschten selbstverständlich Unterschiede, da das Vereinigte Königreich zum Rechtskreis des „common law“ gehöre, während Deutschland ein „civil law“-Rechtssystem habe. Interessant sei aber, dass sich trotz aller Unterschiede bei Rechtsfiguren und Strukturen die Antworten auf rechtliche Fragestellungen oft nicht zu sehr unterschieden – vielmehr seien sie meist sehr ähnlich oder sogar identisch.

Wirklich spannend sei es aber, wenn Rechtssysteme unterschiedliche Antworten auf dieselben Fragen geben. Die Gründe dafür seien auch hilfreich für das Verständnis des eigenen Rechtssystems, meint Bisping. Generell sei es nützlich, sich zu vergegenwärtigen, dass die Antworten des eigenen Systems nicht die einzig möglichen sind: Darin liege auch der Wert einer internationalen Perspektive auf das Recht, wie sie im Master-Programm der Bucerius Law School gelehrt wird.


5 Minuten mit

In der Videoreihe: "5 Minuten mit" stellen wir unsere Professor*innen vor. Was für einen Lehrstuhl haben sie inne und an welchen Schwerpunkten arbeiten Sie? Uns interessiert jedoch genauso sehr, was unsere Professor*innen für Menschen sind. Was steckt hinter dem Lehrstuhl? Was fasziniert sie an der Hochschule und an Hamburg besonders? All das und noch viel mehr beantworten wir in "5 Minuten mit". Hier geht's zu allen Folgen:

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Hamburg: ein fantastischer Ort zum Leben, Arbeiten – und Studieren

Bisping freut sich nicht nur auf seine Tätigkeit als Dekan, die ihm erlaube, einen Schritt zurückzugehen und eine andere Perspektive auf die Lehre zu gewinnen. Er findet auch die Stadt Hamburg schön: Sie sei die „britischste aller deutschen Städte“. Zudem mit Nähe zum Wasser und sehr grün. Insgesamt sei Hamburg ein fantastischer Ort zum Leben und Arbeiten – „und Studieren“, ergänzt Bisping und lacht.

Autor*in

Florian Helwich, Arne Lemke

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