Das ist: Peter Heidepriem – Forscher und Stipendiat

Peter Heidepriem untersucht das Aufeinandertreffen von indigenen Völkern und ausländischen Investoren. Einen Teil seiner Forschung macht er in Hamburg.

Woran denken Sie, wenn Sie an unsere Hochschule denken?

Die Bucerius Law School strahlt eine besondere Energie aus. Sie verbindet eine umfassende akademische Ausbildung mit einem unbeschwerten Gefühl für eine gute Zeit zusammen. Es ist nicht leicht, diese beiden Dinge gleichzeitig zu verkörpern, aber die Bucerius Law School schafft es dennoch.

 

Können Sie uns einen Überblick über Ihre akademische Laufbahn geben?

Ich besuchte zunächst die Arizona State University, wo ich Philosophie und Politikwissenschaften studierte. Nach meinem Sommersemester an der London School of Economics. absolvierte ich ein Jurastudium am Georgetown University Law Center. In dieser Zeit war ich auch mein Austauschstudent an der Bucerius Law School.

Nachdem ich einige Jahre für zwei Bundesrichter gearbeitet habe, trat ich einer privaten Kanzle bei und erweiterte meinen Aufgabenbereich um eine Lehrtätigkeit als Professor für Recht an der University of South Dakota Knudson School of Law.

 

Zu welchen juristischen Themen wollen Sie forschen?

Meine Untersuchung befasst sich mit Schiedsverfahren, bei denen indigene Völker und ausländische Investoren aufeinandertreffen, insbesondere im Zusammenhang mit Streitigkeiten auf der Grundlage eines internationalen Investitionsabkommens. Während internationale Menschenrechtsgesetze und internationales Investitionsrecht in der Regel voneinander isoliert betrachtet werden, untersuche ich, wie sie in einem Investor-Staat-Streitfall koexistieren können.

Ich interessiere mich für die jüngsten Entwicklungen im kanadischen Recht, wie z. B. das neue kanadische Gesetz, das die UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker vollständig übernimmt und umzusetzen versucht. Meine Forschung wird sich mit der Frage befassen, welche Auswirkungen dies auf Schiedsverfahren hat, die auf internationalen Investitionsabkommen beruhen, die Kanada mit Staaten auf der ganzen Welt abgeschlossen hat.

 

Was macht Ihr Forschungsgebiet relevant?

Die jüngsten Entwicklungen im kanadischen Recht von Juni 2021, sind in diesem Forschungsbereich einzigartig. Sie geben mir die Möglichkeit zu untersuchen, wie künftige Schiedsverfahren, die sich aus den in internationalen Investitionsabkommen festgelegten Streitbeilegungsmechanismen ergeben, ebenso auch mit den Rechten indigener Völker in Einklang gebracht werden können.

 

 

Was hat Ihnen bei Ihrem letzten Aufenthalt hier gefallen?

Die Bucerius Law School leistet großartige Arbeit, indem sie jedem das Gefühl gibt, Teil des Ganzen zu sein. Ein erstklassiger Lehrkörper steht sowohl für Kurse als auch für Fragen zum Rechtsgebiet zur Verfügung. Dazu kommt auch, dass wir als Studierende auf den Veranstaltungen die Möglichkeit hatten dauerhafte Freundschaften zu schließen.

 

Warum sind Sie zurückgekommen, um hier zu forschen?

Ich war begeistert von der Möglichkeit, in Hamburg zu leben und gleichzeitig einen längeren Zeitraum für die juristische Forschung und das Schreiben zur Verfügung zu haben. Als jemand, der sein Interesse an akademischer juristischer Arbeit mit einer zusätzlichen Vollzeitbeschäftigung als Anwalt in Einklang bringen musste, schätze ich die Freiheit sehr, meinen Zeitplan selbst zu gestalten und meine Forschung im eigenen Tempo zu betreiben.

 

Was war der schönste Aspekt Ihres bisherigen Aufenthalts?

Die offene und freundliche Art der Lehrkräfte und des internationalen Büros übertraf meine Erwartungen. Schon in den ersten Tagen auf dem Campus hat mich Professor Mehrdad Payandeh zum Mittagessen eingeladen, damit wir über meine Forschung sprechen und uns gegenseitig kennenlernen können. Ich schätze es auch sehr, dass ich meinen eigenen Arbeitsbereich habe, wo ich mich gut konzentrieren und wohlfühlen kann.

 

Welchen Rat würden Sie anderen geben, die bei uns forschen wollen?

Einfach bewerben! Es kann schwierig sein, in einem anderen Land zu leben und drei Monate lang von zu Hause weg zu sein. Es mag vielleicht auch entmutigend sein, aber wenn es sich in den langfristigen Zeitplan einfügen lässt, wird sich die wertvolle interkulturelle Begegnung später reichlich auszahlen. Die Bucerius Law School ist eine erstklassige Einrichtung, um genau diese Erfahrungen zu erleben. Erfahrungen, die auch eine große Bereicherung für den Fortschritt in der wissenschaftlichen Entwicklung sind.

 

Wie gefällt Ihnen die Stadt Hamburg? 

Hamburg ist wunderbar. Obwohl es die zweitgrößte Stadt Deutschlands ist, habe ich festgestellt, dass nur wenige Reisende, die Deutschland erkunden einen Besuch in Erwägung ziehen. Das ist wiederum ein Vorteil für Hamburg, denn hier hat man die Möglichkeit, eine europäische Großstadt zu erleben, die sich so echt anfühlt wie ein abgelegenes Dorf auf dem Land.

Wie in jeder Großstadt ist es auch in Hamburg schwierig, eine Wohnung zu finden. Auch meine Wohnungssuche war keine Ausnahme. Der Vorteil hierbei jedoch ist, dass ich heute in einem neuen Viertel wohne, auf das ich sonst gar nicht bei der Suche gekommen wäre.

 

Herr Heidepriem, vielen Dank für das Interview.

Text

Florian Helwich, Valeria Veneziano, Arne Lemke

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