Das Unternehmen in der Krise – Zu Besuch bei PWC

Anwälte berichten Studierenden von ihren Erfahrungen mit Insolvenzen in Eigenverwaltung

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Am 27. Februar 2020 lud die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) im Rahmen des Studium professionale interessierte Studierende in ihr Hamburger Büro ein. Dort berichtete das Team um Partner Christian Abel, zu dem auch Bucerius Law School-Alumnus Borislaus Baron (Jahrgang 2006) gehört, von der Beratungspraxis im Bereich Insolvenzrecht.

Geballte Expertise

Zu Beginn erhielten die Studierenden einige grundlegende Informationen über das Unternehmen PwC. Sie erfuhren, dass allein am Hamburger Standort über 1.100 Mitarbeiter in der Unternehmens-, Strategie- und Rechtsberatung tätig sind. Diese geballte Expertise erlaube eine ganzheitliche Beratung der Mandanten. Dies bedeute allerdings nicht, dass für eine Beratung immer mehrere Bereiche involviert sein müssten. Vielmehr besäßen in Abels Team alle eine kaufmännische Vorbildung, weshalb beispielsweise eine Liquiditätsplanung auch allein auf die Beine gestellt werden könne.

Einführung in das Insolvenzrecht

Wer sich mit Fachbegriffen wie „Liquiditätsplanung“ zu Beginn noch etwas schwertat, der erhielt eine kurze Einführung in das Insolvenzrecht, in der unter anderem die Rollen des Gerichts und der Insolvenzverwalter erklärt wurden. Ebenso wurde den Studierenden deutlich gemacht, wie viele Beteiligte es bei einer Insolvenz gibt. Aufgrund dieser Vielzahl von Interessen spiele das Zwischenmenschliche eine große Rolle. Es sei sehr wichtig, allen Beteiligten das Gefühl zu geben, ihre Interessen würden ernstgenommen und berücksichtigt. Dabei komme es, so die Antwort auf die Frage eines Studenten, auch mal vor, dass man angeschrien werde.

Anhand eines fiktiven Falls konnten die Studierenden anschließend das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung näher kennenlernen. Dabei könne der Unternehmer, der sein Unternehmen schließlich am besten kenne, dieses auch selber sanieren. Dies geschehe natürlich unter Aufsicht, die der sogenannte „Sachwalter“ wahrnehme. Im Rahmen des fiktiven Falls wurden die Studierenden immer wieder mit Szenarien konfrontiert, für die sie möglichst kluge Lösungen finden mussten. So wurden die Eigenarten dieses Verfahrens, das inzwischen die Mehrzahl aller Insolvenzen bestimmt, spielerisch vermittelt.

Im Anschluss standen die Anwälte noch für weiterführende Fragen und interessante Gespräche bereit.

Arne Lemke

 

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