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08.05.2015

Die alljährliche Juristenfahrt nach London 2015

Früh an einem Morgen im April brach eine Gruppe von begeisterten LL.B.-Studierenden im ersten Studienjahr von Hamburg aus auf zum alljährlichen Clifford Chance Legal London Trip.

Fünf Tage lang machte die Rekordzahl von 20 Studierenden unter Leitung von Lezel Crook und Monty Silley (beide vom Foreign Language Communication Programme) Bekanntschaft mit einer ganzen Reihe von juristischen Organisationen in der britischen Hauptstadt.

Am Anfang stand ein Besuch des britischen Parlaments. Die Studierenden besichtigten den Palace of Westminster und die kleinen Räume mit grünen und roten Bänken, in die sich die führenden Köpfe des Landes seit Jahrhunderten zwängen, um neue Gesetze zu debattieren und zu erlassen. Der geführte Rundgang durch die vier Inns of Court war eine gelungene Auffrischung der Legal-English-Lektionen zum britischen Rechtssystem, gewürzt mit faszinierenden historischen Anekdoten und einer guten Dosis trockenen britischen Humors. Ungewöhnlich gutes Wetter ermöglichte es den Studierenden, die stille Oase der perückengeschmückten Barristers zu erleben – von üppigen Gärten umgebene, architektonisch eindrucksvolle Bauwerke mitten im Herzen der Londoner City. Später, bei einem Gespräch im Middle Temple, durften die Studierenden sogar ausprobieren, wie es sich anfühlt, eine klassische Rosshaarperücke zu tragen – mit den entsprechenden Selfies für die Nachwelt festgehalten!

Die Besuche bei Clifford Chance und Norton Rose Fulbright beeindruckten nicht nur durch die Ausblicke aus schwindelerregender Höhe und durch die weitläufigen Räumlichkeiten inklusive Squash-Courts und Swimmingpool, sie ermöglichten auch wertvolle Einblicke in die grenzüberschreitende Arbeit internationaler Kanzleien. Besuche bei Gericht vertieften das Verständnis der Studierenden für den Rechtsprozess. Unter anderem erlebten sie Teile eines echten Kriminalprozesses am vielleicht berühmtesten Gericht der Welt – The Old Bailey. Fachmännisch geleitete Führungen durch die alten, technologisch rückständigen und kathedralenartigen Royal Courts of Justice, aber auch durch den moderneren und abstrakt gestalteten U.K. Supreme Court boten den Studierenden die Chance, auf verschiedenen (recht bequemen) Richterstühlen Platz zu nehmen und interessante aktuelle Fälle zu erörtern. Hinzu kamen hervorragende Seminare am ICLR (Incorporated Council of Law Reporting) zur Veröffentlichung von Beispielfällen, die von diesen Gerichten entschieden worden waren, und am CEDR (Centre for Effective Dispute Resolution) zur Praxis von Alternative Dispute Resolutions.

Ein formeller Lunch im spektakulären Speisesaal des Middle Temple – ein grandioser Rahmen, geschmückt mit Wappen, die in „Harry Potter“ passen würden –, und ein vergnüglicher Besuch von Elton Johns Musical „Billy Elliot“ sorgten für weitere bleibende Erinnerungen. Die Studierendengruppe entdeckte die Reize Londons und lernte während dieses vielseitigen Besuchs Tag für Tag eine Menge hinzu, und so bestand denn auch Konsens, was die einzige Schattenseite dieser Reise anging: Sie war viel zu schnell vorbei!

Ronald Montague Silley, Anglo-American Law Lecturer, Foreign Language Communication Programme