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16.01.2015

Die Macht der Empörung

Wie die neuen Medien die Wahrnehmung von Skandalen verändern

V.l.n.r.: Professor Dr. Hans-Peter Rodenberg, Professor Dr. Bernhard Pörksen

Am 19. November 2014 gab es im Studium generale einen Vortrag zum Thema „Die Dynamik von Skandalen im digitalen Zeitalter“. Als Referent war Professor Dr. Bernhard Pörksen zu Gast, der Medienwissenschaft an der Universität Tübingen lehrt und sich seit geraumer Zeit mit der Dynamik öffentlicher Skandale im neuen Medienzeitalter beschäftigt.

Anhand von bekannten Beispielen wie dem Rücktritt von Bundespräsident Köhler im Jahre 2010 erläuterte Pörksen die Entstehung von Skandalen, ihre Verbreitung und mögliche Gegenstrategien der Betroffenen.

Konnten früher lediglich Personen des öffentlichen Lebens Opfer öffentlicher Empörung werden, so liefe dank neuer Verbreitungsmedien wie Twitter und Youtube heutzutage jeder Gefahr, Gegenstand eines Skandals zu werden. Zudem hätten die sogenannten Leitmedien ihre Gatekeeperfunktion verloren.
Das Publikum sei durch die neuen „Mitmach-Medien“ wie Twitter längst zur neuen Macht im medialen Sektor geworden und so Reporter und moralische Instanz in einem.

Die anschließende Diskussion wurde von Professor Dr. Hans-Peter Rodenberg von der Universität Hamburg geleitet, der im Herbsttrimester an der Bucerius Law School eine Schwerpunktreihe zum Thema Digitalisierung und neue Öffentlichkeit angeboten hat. Diskutiert wurden unter anderem die Glaubwürdigkeit der „Qualitätsmedien“, ob klassische (Print-)Medien überhaupt noch eine Zukunft hätten und wie man die Medienverdrossenheit eventuell durch eine neue mediale Autorität eindämmen könnte.

Pablo Cardenal, studentischer Redakteur