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26.06.2015

Ein Herz für Drogen?

Die Sommerdiskussion der politischen Hochschulgruppen 2015.

Am 3. Juni war es wieder so weit: Die politischen Hochschulgruppen der Bucerius Law School luden zu ihrer traditionellen Sommerdiskussion. Das diesjährige Thema: „Wie soll eine zeitgemäße Drogenpolitik aussehen?“ Unter der Moderation von Professor Dr. Paul Krell, Juniorprofessor der Bucerius Law School, diskutierten Annkathrin Kammeyer (MdHB, SPD-Bürgerschaftsfraktion), Michael Kauch (Kreisvorsitzender der FDP Dortmund), Birgit Stöver (MdHB, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion) und Georg Wurth (Vorsitzender des deutschen Hanfverbandes, auf Einladung der Grünen HSG).

Im ersten Teil der Diskussion ging es um die Legalisierung von Cannabisprodukten. Abgesehen von Frau Stöver, die den Status quo in der Frage als befriedigend und alternativlos ansah, herrschte auf dem Podium Einigkeit darüber, dass die zurzeit herrschende repressive Drogenpolitik zumindest in Bezug auf Cannabis dringend reformbedürftig sei.

Im zweiten Teil der Diskussion schieden sich die Geister an dem Thema, ob man nicht auch „härtere“ Drogen wie Kokain, Heroin, Crystal Meth oder MDMA derselben Liberalisierung unterziehen sollte. Während ein Teil des Podiums jegliche Argumentation in die Richtung strikt ablehnte, lieferten andere Podiumsgäste interessante Ansätze zum Thema. Diese reichten von Grundsatzfragen wie dem in den 70er – Jahren häufig diskutierten „Recht auf Rausch“ bis hin zu konkreten Ideen, wie man die Konzepte Prävention, Kontrolle und Therapie in einer moderneren Drogenpolitik unterbringen könnte.
Herr Wurth leistete zudem Aufklärungsarbeit in Sachen Suchtpotenzial einzelner Wirkstoffe und stellte klar, dass das größte Problem von Drogenkonsumenten wie -abhängigen nach wie vor die schlechte Qualität der Drogen sei, die, hervorgerufen durch diverse Streckmittel, direkte Folge der Kriminalisierung sei.

Im Anschluss an die Diskussion luden die politischen Hochschulgruppen zur Cocktailparty auf dem Campus, wo sich Gästen wie Studierenden die Möglichkeit bot, die populärste aller Drogen zu sich zu nehmen.

Pablo Cardenal, Student