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03.06.2016

Ethik und Digitalisierung

Forum des DIVSI thematisierte Entwicklungen in der Digitalisierung und Auswirkungen auf Ethik

Am 12. Mai 2016 fand im Moot Court der Hochschule das „Is Code the New Law? Ethik und Verantwortung in der digitalen Welt”-Forum des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und der Bucerius Law School statt. Der Begrüßung durch Professor Dr. Karsten Thorn folgte eine Einleitung von Matthias Kammer, Direktor des DIVSI und Moderator der Veranstaltung. Er gab einen kurzen Ausblick auf das diesjährige Forum, dass das Thema Ethik in den Mittelpunkt stellte. Gerd Billen, Staatsekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, sprach in seinem Grußwort über die Auswirkungen der digitalen Souveränität auf die Gesellschaft und die Notwendigkeit, den digitalen Raum gesetzlich zu regeln.

Professor Dr. Miriam Meckel, Chefredakteurin der Wirtschaftswoche, nahm in ihrem Vortrag „Die Lücke, die der Teufel lässt – Ethische Fragen an den Mensch-Maschinen-Merger“ die Zuhörer auf eine Reise in die Zukunft mit. Sie ging von dem von Menschen konstruierten Algorithmus als Startpunkt aus und stellte dar, wie sich ein solcher weitgehend selbstständig weiterentwickeln könne und welche ethischen Fragen sich in diesem Zuge stellen könnten.

Im Anschluss hieran folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wie verändert die Digitalisierung unsere Werte und Normen? Brauchen wir eine neue Ethik im digitalen Zeitalter?". Professor Dr. Björn Bloching von Roland Berger, Professor Dr. Dagmer Borchers von der Universität Bremen, Silke Lautenschläger von der ERGO Versicherungsgruppe AG, Stephan Noller von der ubirch GmbH und Maria Reimer von "Jugend hackt" sprachen darüber, inwiefern die digitale Revolution die Notwendigkeit einer neuen Ethik-Ausrichtung mit sich brächte.

Im Rahmen der zunehmende Automatisierung von Fahrzeugen lenkten die Debattierenden den Fokus darauf, dass die zunehmende Autonomie keine neuen Werteentscheidungen verlange, sondern lediglich, individuelle ethische Entscheidungen nun im Voraus durch Entscheidungsparameter abstrakt festzulegen. Problematisch seien jedoch Entwicklungen wie "Big Data", welche zu einer neuen Form gesellschafltichen Drucks führen könnten, indem Menschen dazu gebracht würden, sich zur Erlangung von Vorteilen der digitalen Überwachung zu unterwerfen. Schließlich wurde über die Notwendigkeit eines Ethikcodes für Informatik diskutiert.

Die Mischung aus philosophischen, unternehmerischen und datenschutzrechtlichen Hintergründen führte zu einer spannenden Diskussion mit vielen Denkanstößen.

Isabella Naujoks, Franziska Mauriz, Studentinnen