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31.10.2017

Großkanzlei 2.0?

Axiom-Geschäftsführer Dr. Matthias Schwenke stellt ein neues Modell der Rechtsberatung vor

Axiom-Geschäftsführer Dr. Matthias Schwenke stellt ein neues Modell der Rechtsberatung vor

Zu hohe Gebühren für den geleisteten Service und lange Arbeitszeiten – weder Kunden noch Anwälte sind meist wirklich zufrieden mit dem, was eine Großkanzlei ihnen bieten kann. Trotzdem scheint keine Veränderung in Sicht, dafür geht das Geschäft einfach zu gut. Richard Susskind, Professor in Oxford, prophezeit dazu zutreffend: „Until the platform is burning most law firms aren't likely to change radically.”

Mit Gründung des Unternehmens Axiom vor sieben Jahren könnte ein solcher radikaler Wandel eingeläutet worden sein. Denn Axiom bietet ein vollkommen neues Geschäftsmodell an. Der Geschäftsführer der 2017 neu auf den Markt gekommenen deutschen Dependance in Frankfurt, Dr. Matthias Schwenke, war am 19. Oktober an der Bucerius Law School zu Gast. In einer gemeinsamen Veranstaltung des Studium professionale und der LegalTech Lecture Series erfuhren die anwesenden Studenten und Absolventen, was Axiom so anders macht und wie die Zukunft der Rechtsberatung aussehen könnte.

Axiom arbeitet mit zwei Geschäftsideen: Über die talent platform können Kunden hoch spezialisierte Anwälte und Anwältinnen für eine gewisse Zeit als Verstärkung ihrer eigenen Rechtsabteilung anwerben. Für die Kunden bedeutet dies perfekt zugeschnittener, flexibler Service zu geringeren Preisen als in der Großkanzlei. Die Anwälte bekommen so regelmäßig neue Einblicke in eine andere Branche und genießen die Vorteile eines Perspektivenwechsels und des Arbeitens als neutraler Außenstehender. Wie bei einer Unternehmensberatung arbeiten sie entweder beim Kunden direkt oder im Home Office. Das Modell scheint zu funktionieren, denn kein anderes Unternehmen in der ganzen Welt stellt mehr Rechtsanwälte pro Jahr ein als Axiom.

Auch die andere Seite des Geschäftes boomt: Auf der contracts platform arbeiten Juristen und IT-ler zusammen, um effiziente technische Lösungen für juristische Probleme zu finden. Legal tech spielt dabei eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei der Erstellung von due dilligence reports.

Die Verbindung zwischen qualifizierten Juristen und individuellen technischen Lösungen scheint damit das Geschäftsgeheimnis von Axiom zu sei und vielleicht auch schon einen Blick in die Zukunft der Rechtsberatung zu gewähren.

Charlotte von Fallois, Studentin