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18.05.2015

Krieg als historische Konstante

Auch im 21. Jahrhundert ist der Krieg allgegenwärtig – aber wofür wird heute gekämpft?

Wolfgang Bauer, Krisenreporter und Autor; Raoul Löbbert, stellvertretender Redaktionsleiter DIE ZEIT mit Christ & Welt und Prof. Dr. Andreas Mehler, Direktor des GIGA Institut für Afrikastudien/Hamburg im Gespräch.

In einer Welt ohne formelle Kriegserklärungen und klare Gegner sind Kriege und ihre Hintergründe oft schwer nachzuvollziehen. Zu diesem Thema fand am 28. April 2015 in der Bucerius Law School eine Diskussion mit dem Titel „Kriegserklärungen – wie und wofür im 21. Jahrhundert gewaltsam gekämpft wird“ statt. Als Teil der Veranstaltungsreihe „Wem gehört die Welt? Globale Megatrends erkennen und gerecht gestalten“ wurde diese Diskussion von DIE ZEIT mit Christ & Welt zusammen mit der Welthungerhilfe organisiert. Unter der Moderation von Raoul Löbbert, stellvertretender Redaktionsleiter DIE ZEIT mit Christ & Welt, berichteten Wolfgang Bauer, Krisenreporter und Autor, und Prof. Dr. Andreas Mehler, Direktor des GIGA Institut für Afrikastudien in Hamburg, von ihren Einschätzungen und Erfahrungen.

Nach einer Einleitung von Dr. Till Wahnbaeck, Generalsekretär der Welthungerhilfe, beschrieben die Gäste die heutige Kriegsdynamik: wie und warum die Kriege entstanden sind, wofür gekämpft wird und wie hoch die Schwelle von westlichem Eingreifen geworden ist. Hauptbezugspunkt waren hierbei die Unruhen in der arabischen Welt, als deren Hauptursache Bauer die durch neue Technologien gewonnene Erkenntnis sieht, dass es Alternativen zu den dort herrschenden Lebensweisen gibt. Beide Gäste stuften diese Kriege als äußerst gefährlich ein, da aufgrund der ideellen Motivation der Parteien solche Kriege oft maßlos seien. Unter kritischen Einwänden aus dem Publikum entwickelte sich eine kontroverse und emotionale Diskussion darüber, wie westliches Engagement in solchen Fällen aussehen sollte – nicht nur, wie mit Kriegen umgegangen werden sollte, sondern auch, wie sie vermieden werden sollten. In diesem Zusammenhang wurde auch die europäische Verantwortlichkeit aufgrund von vorherigen Einsätzen oder Waffenlieferungen sowie die in Europa spürbaren Folgen in Form von Flüchtlingswellen thematisiert. Bei der anschließenden Stehrunde mit Brezeln und Wein in der Rotunde setzten sich viele spannende Unterhaltungen fort.

Isabella Naujoks, studentische Hilfskraft