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27.02.2019

Unternehmergespräch mit LECARE zum Thema Legal Tech

Neue Konzepte, um die Zukunft des Rechts digital zu gestalten

Zoe Andreae, Geschäftsführerin von LECARE (l)

Am 31. Januar 2019 lud das Studium professionale der Bucerius Law School zum Unternehmergespräch. Zu Gast war die Betriebswirtin Zoë Andreae, die an der European Business School, der London School of Economics und der Universität St. Gallen studierte und sich im Rahmen ihrer Masterarbeit an der ESADE Business School mit "Legal Tech und Digitale Transformation der deutschen Rechtsbranche" beschäftigte. Die gemeinsame Veranstaltung mit dem Hamburger Chapter von Legal Hackers setzte den Auftakt zur Legal Tech Lecture Series 2019 an der Hochschule.

Andreae, seit zwei Jahren Geschäftsführerin des Familienunternehmens LECARE, begann den Abend mit einem Überblick über dessen Geschäftsfelder. LECARE, seit über dreißig Jahren in der Legal Tech Branche aktiv, konzentriere sich hauptsächlich auf Produkte für Rechtsabteilungen. Kern ihrer Dienstleistungen sei die Digitale Akte. So könne über LECARE die klassische Papierakte digitalisiert werden und die Software den klassischen Alltag einer Rechtsabteilung abbilden. Hinzu kämen Tools im Datenschutz- und Compliancebereich.

Auch über Ereignisse in der Legal Tech Community lieferte Andreae einen kurzen Überblick. So würden regelmäßige Konferenzen und Hackathons veranstaltet, um Ideen auszutauschen und neue Konzepte und Talente zu fördern. 2018 seien im Rahmen der Veranstaltung "Women of Legal Tech" erstmals Frauen aus den verschiedensten Bereichen der Legal Tech Branche ausgezeichnet worden, um ihr Engagement und ihre Expertise in einer häufig männerdominierten Branche hervorzuheben.

An Andreaes Vortrag schloss sich ein reges Gespräch zwischen den Teilnehmern über verschiedene Aspekte des Themas Legal Technology an. Intensiv wurde etwa die Zukunft der Branche, gerade im Start-Up Bereich, diskutiert. Nach wie vor bestünden vor allem regulatorische Unsicherheiten. Rechtsberatung sei ein stark fragmentierter Markt. Insbesondere seitens der Unternehmen bestünde kein ausreichender Leidensdruck, um von ihren Rechtsdienstleistern konsequent neue technologische Ansätze zu fordern. Kanzleien hielten daher oft an etablierten Geschäftsmodellen fest. Große Chancen, so Andreae, sehe sie im Business to Consumer-Bereich. So zeigten etwa Unternehmen wie "Flightright", wie die breite Masse durch Legal Tech-Lösungen angesprochen werden könne. Gerade bei Menschen, die bisher keinen oder erschwerten Zugang zum Recht haben, könnten so neue Märkte erschlossen werden.

In diesem Sommer beschäftigt sich bereits zum zweiten Mal auch ein Bucerius Summer Program vertiefend mit dem Thema "Legal Technology and Operations". Weitere Informationen dazu unter buceri.us/techsummer

Philip Heider