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04.12.2015

Was bewegt Menschen, Zivilcourage zu zeigen?

Wie der Mut zur Freiheit Deutschland veränderte.

Wie viel Mut braucht es, um sich einer Protestbewegung anzuschließen? Wie bewusst nehmen wir Freiheit heute wahr? Diesen und weiteren Fragen, die sich um Mut und Freiheit drehen, war die vom Studium generale in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung organisierte Veranstaltung am 25. November gewidmet.

Nach einer Einführung durch Professor Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung, stellten Maren Martell und Kathrin Höhne, beide freie Journalistinnen, ihr Projekt zum Thema Zivilcourage vor: Mit ihrem Buch „Meine Freiheit – Geschichten aus Deutschland“ wollen sie an die Schicksale und den Mut verschiedener Menschen in Ost- und West zu Zeiten des geteilten Deutschlands erinnern.

Siegbert Schefke, ebenfalls Journalist, ist einer dieser Menschen. Er verließ im Herbst 1989 seine von der Stasi bewachte Berliner Wohnung über die Dächer, fuhr nach Leipzig und filmte dort am 9. Oktober die Montagsdemonstration. Die Aufnahmen übergab er anschließend westlichen Medienvertretern – seine Bilder gingen daraufhin um die Welt.

Schefke berichtete von seiner Jugend in der DDR, von den Beschränkungen, die man im alltäglichen Leben fühlte. Irgendwann wurde ihm bewusst, dass es für ihn so nicht weitergehen konnte. Er wollte gegen die Diktatur kämpfen und sich die Heimat zurückerobern, die ihm genommen wurde. Dabei wurde er stets von der Stasi beobachtet, die über ihn die Akte „Satan“ führte. Als Schefke später den zuständigen Stasi-Offizier fragte, wie es zu dieser Namensgebung gekommen sei, lautete die simple Antwort: „Weil Sie einfach der Beste waren.“

Franziska Mauritz, Studentin