Donner. Wetter. Klima. – Viel Lärm, wenig Ertrag?

Anregendes und vielfältiges Podiumsgespräch zum beherrschenden Thema unserer Zeit

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Am 7. Oktober 2020 fand an der Bucerius Law School eine Podiumsdiskussion zu einem Thema statt, welches den gesellschaftlichen Diskurs seit einiger Zeit enorm prägt: der globale Klimawandel. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Kursbuch Kulturstiftung sowie dem Studium generale und der „Politik und Gesellschaft“, der Studierendenzeitung der Bucerius Law School.

Polarisierendes Thema

Ziel der Veranstaltung war, den Diskurs über dieses oft polarisierende Thema vielfältig anzugehen. Dazu sollten viele Perspektiven und Argumentationsstränge zur Geltung kommen. Diese Vielfalt zeigte sich zunächst in der Wahl der Teilnehmer: Während Clara Thompson Aktivistin der Umweltschutzbewegung „Extinction Rebellion“ ist, war Werner Schwarz als Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein geladen. Prof. Dr. Hermann Held vom Research Unit Sustainability and Global Change der Universität Hamburg komplettierte das Podium als Stimme der Wissenschaft. Moderiert wurde die Veranstaltung von Marc Philip Greitens, Alumnus der Bucerius Law School.

Auch der Modus der Veranstaltung war darauf angelegt, möglichst viele Stimmen zu Wort kommen zu lassen. So wurde jedem der drei Teilnehmer eine These vorgegeben, die zunächst vorgetragen und dann in der Diskussion mit dem Publikum verteidigt werden sollte.

Zeit für radikales Handeln

Frau Thompson begann mit der These, die „Zeit der Debatten“ sei vorbei und es müsse jetzt radikal gehandelt werden, um die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen nicht zu zerstören. In der darauffolgenden Diskussion wurden so verschiedene Aspekte zur Sprache gebracht wie die Frage, ob eine solche Forderung nicht antidemokratisch sei oder ob lokales Handeln wirklich einen Einfluss auf globale Zusammenhänge wie den Klimawandel haben kann. Auch wurde angemerkt, die Forderung nach Verzicht könne man immer nur an sich stellen, nicht aber an andere – dies sei Anmaßung.  

Digitalisierung für ressourcenschonendere Landwirtschaft

Herr Schwarz hingegen stellte die These auf, die Landwirtschaft stelle die Grundversorgung sicher und trage zur wirtschaftlichen Stabilisierung des ländlichen Raums dar. Diese Belange müssten eine Berücksichtigung finden im Klimadiskurs. Die folgende Diskussion drehte sich insbesondere um die Beziehung zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft sowie um die Frage, welche Impulse die Digitalisierung für eine ressourcenschonendere Landwirtschaften leisten könne.

Bewältigung des Klimawandels wird immer teurer

Zum Schluss wies Prof. Held im Rahmen seiner These darauf hin, die Bewältigung des Klimawandels werde immer teurer, je länger die Reduktion von Treibhausgasemissionen hinausgeschoben werde. Auch wies er auf die eminent wichtige Rolle der Zivilgesellschaft im Klimadiskurs hin.

Die Veranstaltung schloss mit Getränken und Brezeln im Foyer des Auditoriums. 

Autor*in

Arne Lemke

Hamburg