Gründung des Labors für innovative Lehrmethoden (LIL)

Bündelung von didaktischen und technischen Kompetenzen zur Unterstützung der Lehre

Jurastudium / Feature |

Die Bucerius Law School steht schon seit ihrer Gründung für die erfolgreiche Modernisierung der akademischen Ausbildung in der deutschen Hochschullandschaft. Ihrer Vorreiterrolle als Innovationsmotor in der juristischen Lehre wird sie nun mit der Einrichtung des Labors für innovative Lehrmethoden (LIL) erneut gerecht.

Digitalisierung der Rechtswissenschaft

In allen Bereichen des Lebens, so auch in Lehre und Forschung, gewinnen zunehmend digitale Aspekte an Bedeutung. Durch die Einrichtung eines Videostudios konnte die Hochschule bereits vor einigen Jahren erste Schritte auf dem Gebiet der crossmedialen Aufbereitung juristischer Inhalte machen und von klassischen Lehrvideos über Videokorrekturen bis hin zu Blended-Learning-Lehrveranstaltungen eine Vielzahl von Projekten erfolgreich umsetzen. Dabei wurde von Anfang an die Vorlesungsaufzeichnung nur am Rande verfolgt. Der Fokus wurde vielmehr auf den Mehrwert digital bereicherter Lehrveranstaltungen statt auf die simple Übertragung „eins zu eins“ in den digitalen Raum gelegt. Mit der Gründung des LIL unter der akademischen Direktion von Professor Dr. Florian Faust soll nun eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden, die sowohl die mediendidaktische als auch die mediengestalterische Umsetzung innovativer Lehrmethoden bündelt und weiter ausbaut.

Ermöglicht wird die stetige Weiterentwicklung der Lehre an der Bucerius Law School durch das nachhaltige Engagement ihrer Gründerin, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Die ZEIT-Stiftung beteiligt sich nicht nur zu etwa einem Drittel am Etat der Hochschule, sondern hat seit 2017 mit Sondermitteln von über 500.000 Euro die Digitalisierung gefördert.

Dazu Professorin Dr. Dr. h.c. mult. Katharina Boele-Woelki, Präsidentin der Bucerius Law School: „Dank der ZEIT-Stiftung und dem Engagement unserer Lehrenden und Mitarbeiter:innen bringen wir auch 20 Jahre nach unserer Gründung die juristische Ausbildung weiter voran. Mit der Institutionalisierung unserer Bemühungen schaffen wir künftig ein noch umfassenderes und individuelleres Angebot für die Studierenden. Besonders freut uns, dass wir als akademischen Direktor des Labors für innovative Lehrmethoden Professor Faust gewinnen konnten, der für exzellente Lehre an der Bucerius Law School steht.“

Methoden und Inhalte individuell auf Studierendenbedarfe ausrichten

Sven Störmann, Alumnus des Jahrgangs 2010 und Direktor des LIL, erläutert: „Das Labor fungiert in erster Linie als Beratungs- und Dienstleistungsinstanz für die Lehrenden. Wir analysieren aus juristisch-fachdidaktischer Perspektive die Entwicklungen der juristischen Ausbildung und bewerten, welche Formate und Systeme an der Bucerius Law School sinnvoll sind und implementiert werden können. Bei der Implementierung wird in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Lehrenden, soweit gewünscht, der gesamte Prozess der Entwicklung unterstützend begleitet – von der didaktischen Konzeption bis hin zur konkreten Umsetzung, anschließenden Auswertung und Adaption der Lernpfade. Die inhaltliche Gestaltung und Entscheidungshoheit bleiben dabei allein bei den Lehrenden.“

Digitale Lernmaterialien zentral verwalten

Neue Projekte sind bereits in Vorbereitung: So wird in diesem Jahr erstmals das Blended-Learning-Konzept im Examensvorbereitungsprogramm II erprobt. Außerdem prüft das LIL, inwieweit sich die in anderen Disziplinen bereits verbreiteten Bereiche Learning Analytics und Virtual Reality in der rechtswissenschaftlichen Ausbildung nutzbar machen lassen. Mit dem so genannten „Learning Space“ soll darüber hinaus ein Unterrichtsraum geschaffen werden, der sich ideal für Blended- Learning, Distance-Teaching und Videokonferenzen eignet. „Neben der Produktion von Lehrinhalten und der Funktion als unterstützende Anlaufstelle für Lehrende wird langfristig eine weitere wichtige Aufgabe des LIL sein, mittels geeigneter Software die Verteilung von und Interaktion mit Lernmaterialien zu gewährleisten. Lehrmedien aller Art sollen für die Studierenden einfach zugänglich bereitgehalten und jederzeit abrufbar gemacht werden“, erklärt Sven Störmann.

Doch nicht nur die Lehre profitiert von der Gründung des LIL und der damit einhergehenden Erweiterung videografischer (und fotografischer) Aktivitäten. Die besondere Kompetenz in der Erstellung qualitativ hochwertiger Medien kommt ebenso anderen Abteilungen der Bucerius Law School, wie z. B. der Hochschulkommunikation und der Bucerius Education, zugute. Das Labor für innovative Lehrmethoden ist eine Servicestelle, an die sich Lehrende sowie bei Bedarf auch Mitarbeiter:innen der Bucerius Law School zukünftig direkt wenden können.

Weitere Informationen:
Website LIL
Youtube-Kanal Bucerius Law School Lecture Digital

Autorin: Lena Johannes
Fotos: Sven Störmann (LIL)

 

Hamburg