Die jährlich stattfindende Konferenz der Computer Arts Society am BCS Chartered Institute for IT bringt Forschende und Kunstschaffende aus den Bereichen Kunst, Kultur, Informatik und weiteren Disziplinen zusammen, um den Einsatz neuer digitaler Technologien sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen, kulturellen und rechtlichen Fragestellungen zu diskutieren. Die Veranstaltung zählt zu den international etablierten Foren für den interdisziplinären Austausch über digitale Visualisierung, Kunst und innovative Technologien.
Im Rahmen der Konferenz präsentierten Greta Sparzynski und Tarmio Frei ihr Forschungsprojekt „The Art of Disclosure: When Transparency Becomes an Aesthetic Question“, das sich mit den ab August 2026 geltenden Transparenzpflichten für KI-generierte Deepfakes nach Art. 50 Abs. 4 KI-Verordnung befasst.
Im Mittelpunkt steht die Frage, unter welchen Voraussetzungen KI-generierte Kunstwerke als Deepfakes einzustufen und entsprechend zu kennzeichnen sind. Hierzu untersucht der Beitrag zunächst die Rolle der beteiligten Akteure, insbesondere die Einordnung von Künstlern als Betreiber im Sinne der KI-Verordnung. Anschließend analysiert er verschiedene Kennzeichnungsmodelle sowohl im Hinblick auf ihre rechtliche Eignung als auch auf ihre Auswirkungen auf die künstlerische Wahrnehmung und Ästhetik und entwickelt Vorschläge für eine kunstsensible Ausgestaltung der Transparenzpflichten. Dabei zeigt der Beitrag, dass die konkrete Ausgestaltung der Kennzeichnung kontextabhängig erfolgen muss und insbesondere die Zielgruppe und deren Vorverständnis, paratextuelle Umstände, das gewählte Format, die jeweilige Kunstform, die ästhetische Gestaltung, die Aussage des Werkes sowie die Wahrnehmbarkeit der Kennzeichnung zu berücksichtigen sind.
Die anschließende Diskussion verdeutlichte, dass Fragen der Transparenz und Kennzeichnung KI-generierter Kunst international zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der interdisziplinäre Austausch mit Forschenden aus verschiedensten Disziplinen eröffnete neue Perspektiven auf die Regulierung generativer Künstlicher Intelligenz und lieferte zugleich wertvolle Impulse für die weitere interdisziplinär informierte Forschung am Schnittpunkt von Kunst und Recht.
Der Konferenzbeitrag wurde zudem im Open-Access-Konferenzband der EVA London 2026 veröffentlicht und macht die Forschungsergebnisse einer internationalen Fachöffentlichkeit dauerhaft zugänglich. Die Teilnahme an der EVA London 2026 bot Greta Sparzynski und Tarmio Frei die Gelegenheit, ihre Forschung in einem internationalen und interdisziplinären Umfeld zu präsentieren, bestehende wissenschaftliche Kontakte zu vertiefen und neue Impulse für ihre weitere Forschungsarbeit zu gewinnen.
Die Förderung durch das Interdisziplinäre Programm für rechtswissenschaftliche Forschung (IMF) trug wesentlich dazu bei, die Forschung der Bucerius Law School auf einer international renommierten Konferenz sichtbar zu machen und den wissenschaftlichen Austausch mit Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen zu fördern.
