"THE DEATHS IN NEWPORT"

Foto-Ausstellung | bis 28. Mai 2027

Im Zentrum der aktuellen Ausstellung steht das Werk „The Deaths in Newport“ des amerikanischen Fotografen Lewis Baltz

Die Arbeit ist ein umfassendes Rechercheprojekt, das der Künstler seit den 1980er Jahren entwickelte und 1995 abschloss. Es vereint Fotografien, Dokumente, Zeitungsartikel, Texte und Gerichtsprotokolle und setzt sich mit einem spektakulären Kriminalfall auseinander, der sich in den 1940er Jahren im kalifornischen Newport ereignete.

Lewis Baltz wurde in Newport Beach, Kalifornien geboren und wuchs auch dort auf. Sein Vater war der ortsansässige Bestattungsunternehmer und wurde 1947 als Zeuge in einem damals spektakulären und in der Presse breit verhandelten Prozess vernommen:

Vierzehn Minuten vor Mitternacht am 15. Marz 1947 flog die Mary E, eine 14 m lange Motoryacht, an ihrem Liegeplatz im Hafen von Newport Beach, Kalifornien, in die Luft. Ums Leben kamen Walter E. Overell, ein 62-jähriger Finanzier aus Pasadena, und seine 57-jährige Frau Beulah. 

Wenige Tage später teilte der Sheriff des Bezirks Orange County der Presse mit, seine Beamten hatten Hinweise gefunden, dass die Explosion absichtlich herbeigeführt worden sei: 31 nicht explodierte Dynamitstangen an Bord der Mary E, ferner Zunder, Kabel, Klebeband und einen zum Zeitzünder umgebauten Wecker, dessen Zeiger um 11:46, zur Zeit der Detonation, stehengeblieben seien. 

Overells Tochter Beulah Louise (17) und ihr Verlobter George ,,Bud“ Gollum (21) wurden des Mordes angeklagt. Das Strafverfahren - das bis dahin längste der amerikanischen Geschichte - begann im April und zog sich sechs Monate hin. Urteil für beide Angeklagten: „,nicht schuldig“. Der Prozess warf ein Schlaglicht auf die selbstverliebten, kalifornischen Politiker und die Inkompetenz der Polizei von Newport Beach.

Die Arbeit „The Deaths in Newport“, die auf vom Künstler recherchiertem Zeitungsmaterial (wie Artikeln, Berichten und Fotografien zum Gerichtsprozess) basiert, hatte Baltz Ende der 1980er Jahre dem Newport Harbor Art Museum zur Ausstellung vorgeschlagen. Das Museum lehnte dies mit der Begründung ab, dass Familienmitglieder von Personen, die in diese Geschichte wenig schmeichelhaft dargestellt seien, weiterhin zur Prominenz der Stadt zählten und daran Anstoß nehmen konnten.

Das Projekt wurde fortan in unterschiedlichen Konstellationen gezeigt und gilt seit 1995 als abgeschlossen.

 

Öffnungszeiten:

Die Ausstellung im 1. OG des Bibliotheksgebäudes der Bucerius Law School ist vom 21. Mai 2026 bis zum 28. Mai 2027 von Montag bis Freitag zwischen 8.00 und 18.00 Uhr frei und kostenlos zugänglich.

Das Projekt „Sammlung Falckenberg zu Gast“

Die Ausstellung ist Teil einer Kooperation zwischen der Bucerius Law School und den Deichtorhallen Hamburg.

Ziel des Projekts ist es, ausgewählte Kunstwerke der Sammlung Falckenberg, die seit 2011 unter der künstlerischen Leitung der Deichtorhallen Hamburg steht, einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Ein Jahr lang werden diese Werke kostenfrei an der Bucerius Law School gezeigt.

Das Projekt eröffnet mit dieser Kooperation einen Raum für künstlerische Fotografie und damit für Impulse und Inspirationen für alle über Themen, die über das Jura-Studium hinausgehen. Es richtet sich an Studierende, Besucher:innen des Campus sowie alle Kunstinteressierten. Die Ausstellung wird gefördert von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.