ReproGerecht: Veröffentlichung eines Open-Access-Beitrags zur Eizellabgabe

Verfassungsrechtliche, internationalrechtliche und rechtsvergleichende Perspektive auf das Verbot der Eizellabgabe

Forschung & Fakultät |

Mit einem Zuschuss zu den Publikationskosten hat das Interdisziplinäre Programm für rechtswissenschaftliche Forschung der Bucerius Law School die Open-Access-Veröffentlichung des Beitrags „Egg Donation in Germany: The Legal System’s Approach to Women’s Reproductive Autonomy“ von Prof. Dr. Henrike von Scheliha unterstützt.

Der Beitrag untersucht das in Deutschland strafbewehrte Verbot der Eizellabgabe aus verfassungsrechtlicher, internationalrechtlicher und rechtsvergleichender Perspektive. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Schutz der eizellabgebenden Person vor gesundheitlichen Risiken und Ausbeutung sowie die Rechte und Interessen des Kindes ein ausnahmsloses strafrechtliches Verbot rechtfertigen. 

Die Untersuchung zeigt, dass eine allein auf Schutz ausgerichtete Betrachtung zu kurz greift: Eizellabgebende und -empfängerinnen sind zugleich Trägerinnen reproduktiver Selbstbestimmung. Der Beitrag plädiert deshalb für eine differenzierte Regulierung, die durch unabhängige Beratung, informierte Einwilligung, medizinisch begründete Begrenzungen der Abgabezyklen, transparente Vergütungsregelungen und die Sicherung von Herkunftsinformationen Freiwilligkeit gewährleistet und Risiken begrenzt. Zugleich arbeitet er heraus, dass die geltende Rechtslage weibliche Reproduktion stärker reglementiert als männliche und dabei überkommene Vorstellungen von Geschlecht, Mutterschaft und Familie fortschreibt.

Erschienen ist der Beitrag in der international ausgerichteten, interdisziplinären Open-Access-Zeitschrift Social Inclusion, deren Forschungsartikel ein Double-Blind-Peer-Review-Verfahren durchlaufen. Er gehört zur Themenausgabe „Contemporary Changes in Medically Assisted Reproduction: The Role of Social Inequality and Social Norms“ (2025, Volume 13), herausgegeben von Anne-Kristin Kuhnt, Jörg Rössel und Heike Trappe.

Die Veröffentlichung ist zugleich Teil der Arbeit des interdisziplinären Forschungsnetzwerks ReproGerecht. Das mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis 2024 ausgezeichnete Netzwerk untersucht reproduktive Rechte und reproduktive Gerechtigkeit an der Schnittstelle von Recht, Sozialwissenschaften, Ethik und Medizin.
 

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