Ein neues Format wurde diese Woche auf dem sonnigen Campus der Bucerius Law School aus der Taufe gehoben. Zum Bucerius HR Summit trafen sich rund 50 HR-Verantwortliche aus Kanzleien zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung des Bucerius CLP stand die Frage, wie sich die Arbeitswelt der Rechtsbranche im Spannungsfeld von Künstlicher Intelligenz, Fachkräftemangel und kulturellem Wandel nachhaltig weiterentwickeln lässt.
Auf die Begrüßung durch Julia Janoska (Head of Executive Education) folgte zum Warm-Up eine kurze Fragerunde in Form eines Human-Barometers zu aktuellen und zukünftigen Recruitings-Verhalten in Kanzleien.
Auswirkungen von KI auf Personalentwicklung
Einen inhaltlichen Schwerpunkt des Summits bildete die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von KI auf die Personal- und Organisationsentwicklung. Auf Basis der aktuellen Studie „Legal Market Economics“ des Bucerius Legal Innovation Hub, präsentierten Dr. Patrick Schroer (Geschäftsführer Bucerius Education GmbH) und Dr. Florian Skupin (Executive Director Legal Technology an der Bucerius Law School) zentrale Entwicklungen im Rechtsmarkt und diskutierten mit den Teilnehmenden die Konsequenzen für Recruiting, Qualifizierung und Talentmanagement. Dabei wurde erneut deutlich: Der technologische Wandel verändert nicht nur Prozesse, sondern auch Rollenprofile, Kompetenzanforderungen und Karrierewege.
Performance Culture als Bestandteil der Strategie
Praxisnahe Einblicke lieferten Svenja Reinecke und Inga Peters mit einem positiven Erfahrungsbericht zum kulturellen Wandel in der Otto Group, in dem die Werte einer dauerhaften kulturellen Weiterentwicklung seit langem fest in die Unternehmenskultur integriert sind. Im Fokus standen Learnings aus zehn Jahren Transformationsarbeit sowie die Frage, wie Veränderungsprozesse nachhaltig in Organisationen verankert werden können. Aber auch von den Anfangsschwierigkeiten eines solch großen Unterfangens, vom Riskio, nicht in alte Muster zu verfallen und von dem stets mit einer Transformation verbundenden Schmerzen, wurde offen und spannend berichtet.
Co-Creation Lab zu Workforce, Transformation und Kultur
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in interaktiven Co-Creation Labs an konkreten Zukunftsfragen der Legal Workforce. Diskutiert wurden neue Ansätze für Recruiting und Talentgewinnung, der Aufbau zukunftsrelevanter Kompetenzen - insbesondere im Umgang mit KI und interdisziplinärer Zusammenarbeit - sowie die Rolle von Organisation und Kultur als Grundlage erfolgreicher Transformation.
Die Präsentation der Workshop-Ergebnisse zeigte eindrucksvoll, dass die Herausforderungen der Branche zwar komplex sind, gleichzeitig aber zahlreiche innovative Lösungsansätze entstehen; von denen einige bereits als steile Thesen und mutige Entscheidungen von den einzelnen Workshop-Gruppen erarbeitet wurden. Ein zentrales Fazit des Tages: Die Zukunft der Legal Workforce wird durch die enge Verbindung von Technologie, Kompetenzen und Unternehmenskultur gestaltet.
Neben den fachlichen Impulsen bot der Summit vor allem Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen. Zahlreiche Gespräche und neue Kontaktmöglichkeiten unterstrichen einmal mehr die Bedeutung eines starken Legal-HR-Netzwerks. Am Ende der Veranstaltung stand dann auch fest: Es wird einen zweiten HR Summit geben, vermutlich bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres.
