Hochschulen gehören zu den zentralen Institutionen demokratischer Gesellschaften. Sie schaffen unabhängiges Wissen, ermöglichen kritische Auseinandersetzung und tragen mit wissenschaftlicher Expertise zu politischen und gesellschaftlichen Debatten bei.
Doch weltweit geraten Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie zunehmend unter Druck.
Das neue Projekt “Higher Education and Democratic Resilience” will deshalb besser verstehen, wie Hochschulen gegenüber autoritärer Einflussnahme verwundbar werden – und wie ihre Widerstandsfähigkeit gestärkt werden kann.
Dafür haben sich das Centre for Democratic Resilience an der University of Oxford, die Bucerius Law School und der Verfassungsblog zu einer internationalen und interdisziplinären Partnerschaft zusammengeschlossen.
Das Projekt verbindet politik- und rechtswissenschaftliche Forschung mit globalem Monitoring und einem intensiven Austausch mit Hochschulen und politischen Entscheidungsträger:innen.
Die Bucerius Law School übernimmt dabei eine zentrale Rolle bei der rechtswissenschaftlichen Analyse und beim Transfer der Forschung in Hochschulen, Politik und Gesellschaft.
Wo schützt das Recht – und wo bestehen Lücken?
Die Bucerius Law School bringt insbesondere die rechtswissenschaftliche Perspektive auf das deutsche Hochschul- und Wissenschaftssystem in das Projekt ein.
Im Rahmen sogenannter Legal Mapping- und Szenarioanalysen untersucht das Projektteam, welche rechtlichen und institutionellen Strukturen Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie schützen – und an welchen Stellen politische Einflussnahme möglich werden könnte.
Das Ziel besteht nicht allein darin, Risiken wissenschaftlich zu beschreiben. Auf Grundlage der Forschung sollen auch konkrete Handlungsmöglichkeiten für Hochschulen und Politik entwickelt werden.
Bucerius Law School als Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis
Jenseits ihres rechtswissenschaftlichen Beitrags übernimmt die Bucerius Law School die führende Rolle beim Transfer der Forschungsergebnisse und der Entwicklung von Formaten für Stakeholder-Dialoge.
Gemeinsam mit Hochschulen, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sollen Forschungsergebnisse diskutiert und in praktische Strategien übersetzt werden. Geplant sind unter anderem Workshops, Policy Briefs und öffentliche Debatten.
Damit knüpft das Projekt unmittelbar an die Strategie 2030 der Bucerius Law School an: Als private Stiftungshochschule versteht sie es als Teil ihres Gemeinwohlauftrags, rechtswissenschaftliche Expertise in politische und gesellschaftliche Debatten einzubringen und zur Stärkung von Demokratie, Wissenschaftsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit beizutragen.