Im Zuge der fortschreitenden Diskussionen über künstliche Intelligenz (KI) und digitale Transformation, die zunehmend die Bildungspolitik in Europa prägen, engagiert sich die Bucerius Law School aktiv in diesen wichtigen Diskursen.
Lezel Roddeck schreibt an europäischem Bericht über erklärbare KI mit
Lezel Roddeck, Director of Foreign Language Communication, hat als Expertin zu dem kürzlich veröffentlichten Bericht Explainable Artificial Intelligence (XAI) in Education: Fostering Human Oversight and Shared Responsibility beigetragen.
Der Bericht ist ein Ergebnis des European Digital Education Hub (EDEH) und Teil der umfassenderen Bemühungen der Europäischen Kommission, vertrauenswürdige KI und digitale Transformation voranzutreiben. Der Bericht wurde in englischer Sprache verfasst.
Rechtliche Orientierung für den Bildungsbereich im Umgang mit KI-Systemen
Roddeck war Teil der EDEH-Arbeitsgruppe, die den Bericht erarbeitet hat. Ihr Kapitel mit dem Titel „Navigating Compliance with the EU AI Act, the GDPR, and Related Digital Laws“ bietet eine rechtliche Orientierung für Bildungseinrichtungen und Entwickler, die Transparenzanforderungen im Rahmen der neuen EU-Gesetzgebung verstehen und umsetzen möchten.
Transparenz, Fairness und Schutz der Rechte als Leitprinzipien
„Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich Innovation im Bildungsbereich mit ethischen Grundsätzen in Einklang bringen?“ kommentierte Roddeck. „Gerade bei sensiblen Anwendungen wie KI-gestützten Lernsystemen müssen Transparenz, Fairness und der Schutz der Rechte von Lernenden im Vordergrund stehen.“
Der Bericht ist Teil einer umfassenden Initiative der Europäischen Kommission zur Förderung eines ethischen und verantwortungsvollen Einsatzes von KI im Bildungsbereich. Er beleuchtet insbesondere die Einstufung vieler KI-Anwendungen im Bildungsbereich als „Hochrisiko-Systeme“ im Sinne des AI Act und zeigt auf, wie diese mit bestehenden rechtlichen Verpflichtungen und pädagogischen Werten in Einklang gebracht werden können.
Bucerius Law School bei Brüsseler Community Workshop mit 30 Expert:innen vertreten
Die Beteiligung der Bucerius Law School an diesem Prozess spiegelte sich auch in der Teilnahme am Community Workshop des European Digital Education Hub wider, der vom 17. bis 18. Oktober 2024 in Brüssel stattfand. Lezel Roddeck wurde gemeinsam mit 30 weiteren Expert:innen und politischen Entscheidungsträger:innen ausgewählt, um praxisnahe Ansätze zur Umsetzung von Erklärbarkeit in Bildungskontexten zu erarbeiten.
Der Workshop, ausgerichtet von der Europäischen Kommission, beinhaltete Beiträge führender Persönlichkeiten der europäischen Digitalpolitik, darunter Georgi Dimitrov (Leiter der Abteilung Digitale Bildung, Europäische Kommission), und behandelte Themen wie den Einsatz generativer KI im Unterricht, Datenethik sowie menschenzentriertes Systemdesign.
Der Bericht und der Workshop führten zu einer Reihe konkreter politischer Empfehlungen:
- Entwicklung von Standards für Daten-Erklärbarkeit und KI-Transparenz im Bildungsbereich
- Einrichtung regulatorischer „Sandboxes“ zur Erprobung von KI-Anwendungen vor breitem Einsatz,
- Förderung von KI-Kompetenz bei Lehrkräften und Lernenden sowie
- Stärkung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit bei der Entwicklung erklärbarer KI-Systeme für Bildungskontexte.
Roddecks Beitrag zu diesem Themenfeld unterstreicht das anhaltende Engagement der Bucerius Law School in europäischen und internationalen Debatten über die Zukunft von Bildung, Recht und Technologie.
