CompLex: Rechtssysteme durch die Linse der Komplexitätsforschung

Was passiert, wenn man das Recht wie ein komplexes System betrachtet? Eine Studie zeigt, wie Physik und Jura gemeinsame Sprache finden.

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Professor Daniel M. Katz ist Mitautor einer neuen Überblicksstudie, die in Europhysics Letters (EPL) erschienen ist. Das Paper untersucht, wie wissenschaftliche Methoden aus der Komplexitätsforschung auf das Recht angewendet werden können – und eröffnet damit eine faszinierende neue Perspektive auf juristische Systeme.

Während die Komplexitätswissenschaft in Bereichen wie Wirtschaft, Biologie und Soziologie längst etabliert ist, erkennt man erst seit Kurzem, dass auch Rechtssysteme viele Merkmale sogenannter Complex Adaptive Systems (komplex adaptiver Systeme) teilen. Von der Art, wie Gesetze formuliert und miteinander verknüpft sind, bis hin zu den Entscheidungsprozessen von Gerichten – überall zeigen sich Muster, die sich mathematisch erfassen und analysieren lassen.

Die Studie dient als Einstieg in die Anwendung quantitativer Methoden auf juristische Fragestellungen. Sie zeigt, wie sich die vielfältigen menschlichen Interaktionen, die das Recht regeln soll, mithilfe von Modellen und Daten sichtbar machen lassen.

Darüber hinaus bietet der Beitrag einen Überblick über bisherige Forschungsansätze und zeigt neue Wege für interdisziplinäre Zusammenarbeit auf. Die Autoren – Pierpaolo Vivo, Daniel M. Katz und J. B. Ruhl – betonen, dass Statistik, Physik und Rechtswissenschaft viel voneinander lernen können. Durch diese Verbindung entsteht die Chance, das Recht nicht nur besser zu verstehen, sondern auch systemisch und datenbasiert weiterzuentwickeln.

Vivo, Pierpaolo, Daniel M. Katz, und J. B. Ruhl.
„CompLex: Legal systems through the lens of complexity science.”
Europhysics letters 149.2 (2025): 22001.

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