Die Fusion von Karstadt und Kaufhof

Dr. Jens Ortmanns und Dr. Björn Biehl von McDermott Will & Emery über die juristische Seite des Fusionsprozesses

Es gibt wohl beinah keine deutsche Innenstadt, in der man nicht auf mindestens einen dieser Namen trifft: Karstadt und Galeria Kaufhof, die beide unter dem Dach der österreichischen Unternehmensgruppe Signa zusammengeführt wurden. Die beiden Warenhauskonzerne hatten vor der Fusion finanziell zu kämpfen, insbesondere die Konkurrenz durch den Onlinehandel ist groß. Wirtschaftlich schien es da nur sinnvoll zu sein, die Unternehmen zusammenzulegen und Synergieeffekte zu nutzen. Doch neben dem wirtschaftlichen Aspekt spielte natürlich auch die rechtliche Seite der Fusion eine große Rolle. Die McDermott Will & Emery Anwälte Dr. Jens Ortmanns und Dr. Björn Biehl durften den Fusionsprozess über Jahre begleiten und konnten nun nach erfolgreichem Abschluss der Fusion am 1. Oktober 2019 bei einem Vortrag im Rahmen des Studium professionale am 14. November 2019 den Studierenden davon berichten.

Bei der Arbeit an einem derartig großen Mandat sind laut Ortmanns und Biehl Beharrlichkeit und Interdisziplinarität die wichtigsten Zutaten für das Erfolgsrezept: Denn bis die österreichische Unternehmensgruppe Signa Karstadt und Kaufhof unter der Marke Galeria Karstadt Kaufhof zusammenführen sollte, vergingen mehr als sechs Jahre. Neben Immobilienwirtschaftsrecht und Mergers & Acquisitions, Biehls und Ortmanns Fachgebiete, spielten dabei auch Kartellrecht, Arbeitsrecht, Kapitalmarktrecht, Markenrecht, öffentliches Recht und Insolvenzrecht eine große Rolle – Teamwork war also innerhalb der Kanzlei entscheidend, um das Mandat zu einem guten Abschluss zu bringen. Der Prozess verlief dabei zweistufig: Nachdem Signa 2018 von der Hudson’s Bay Company (HBC) die Mehrheitsanteile an Kaufhof erworben hatte und dies durch das Kartellamt genehmigt worden war, kaufte Signa in einem zweiten Schritt 2019 auch alle verbliebenen Anteile von HBC.

Neben dem generellen Ablauf der Ereignisse gaben Ortmanns und Biehl auch spannende Einblicke in die konkreten Probleme des Falls, angefangen bei dem unter den Vertragsparteien herrschenden Zeitdruck, die Fusion vor der anstehenden Reform der Grunderwerbssteuer abzuschließen, bis hin zum tagelangen Beurkundungsmarathon beim Notar.

Anschließend konnten die Studierenden mit den beiden Experten noch bei Brezeln und Wein detaillierter ins Gespräch kommen.

Text

Charlotte von Fallois

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