KLIEMT-Dissertationspreis 2024 an Dr. Anna Eisele verliehen

Dissertation über „Der Wechsel zur reinen Beitragszusage“ ausgezeichnet.

Forschung & Fakultät |

Dr. Anna Eisele ist am 6. Oktober 2025 für ihre Dissertation über „Der Wechsel zur reinen Beitragszusage – eine Möglichkeit zur weiteren Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung durch das neue Sozialpartnermodell“ (erschienen bei Duncker und Humblot) mit dem KLIEMT-Dissertationspreis 2024 ausgezeichnet worden. Die Laudatio hielt stellvertretend für die Jury (mit Prof. Dr. Helmut Nause, Prof. Dr. Christian Rolfs und Dr. Alexander Ulrich) Dr. Alexander Ulrich, Partner bei KLIEMT.Arbeitsrecht in Düsseldorf.   

Seit dem 1. Januar 2018 gibt es eine neue Zusageform in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) – die reine Beitragszusage. Anders als bei den traditionellen Zusageformen der bAV wird dem Arbeitnehmer hier keine konkrete Versorgungsleistung garantiert. Die Höhe der gezahlten Leistungen ist vielmehr von der Kapitalmarktentwicklung abhängig. Nach der gesetzlichen Vorstellung soll die reine Beitragszusage Hemmnisse der bAV überwinden und dadurch zu einer weiteren Verbreitung der bAV beitragen. Bisher ist die reine Beitragszusage jedoch ein »Ladenhüter«. Arbeitgeber mit bAV sind oftmals nicht in der Lage, die neue Zusageform einzuführen, da sie durch ihre »Alt«-Versorgungssysteme bereits ausreichend belastet sind. In ihrer Dissertation untersucht Eisele deshalb, ob ein Wechsel der »Alt«-Zusagen zur reinen Beitragszusage möglich ist. Dabei entwickelt sie Maßstäbe, anhand derer die Rechtmäßigkeit eines solchen Wechsels zu überprüfen ist, und erarbeitet Empfehlungen für die Praxis zur Umsetzung eines Wechsels. 

Anna Eisele studierte Rechtswissenschaften an der Bucerius Law School in Hamburg und an der Singapore Management University in Singapur. Ihr Studienschwerpunkt war dabei das Arbeitsrecht. Nach Abschluss des Ersten Staatsexamens arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer arbeitsrechtlich spezialisierten Boutiquekanzlei sowie am Lehrstuhl für Deutsches und Internationales Arbeits- und Sozialrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Hamburg. Im Februar 2024 wurde Anna Eisele an der Bucerius Law School promoviert. Ihr Referendariat absolviert sie seit Oktober 2023 am OLG München u.a. mit Stationen bei zwei arbeitsrechtlich spezialisierten Kanzleien.

Flankiert wurde die Preisverleihung wie schon im vergangenen Jahr mit einem Arbeitsrechtlichen Gastvortrag von Dr. Anno Hamacher, Richter am Bundesarbeitsgericht, Erfurt), für den Schwerpunkt Arbeitsrecht über „Erfurter Allerlei“ aus „seinem“ Siebten Senat mit sechs lehrreichen befristungsrechtlichen Fällen, die anschließend intensiv diskutiert wurden.  

Alle Beteiligten gilt ein herzliches Dankeschön!

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