Technologischer Fortschritt war nie neutral – das zeigte der Abend mit Prof. Dr. Lena Kästner, Prof. Dr. Dietmar Harhoff und Prof. Dr. Mathias Risse im Rahmen des Studium generale an der Bucerius Law School auf eindrucksvolle Weise. Unter dem Titel „Moral, Politik und Recht im Hyper-Tech-Zeitalter“ diskutierten die drei Expert:innen nach Begrüßung durch den Präsidenten der Bucerius Law School Prof. Dr. Michael Grünberger und einleitende Worte durch Prof. Dr. Matthew Braham von der Universität Hamburg über die gesellschaftlichen Folgen des KI-Booms – und über die Frage, wie sich neue Machtverhältnisse im digitalen Zeitalter regulieren lassen.
Verstehen wir überhaupt, was wir da bauen?
Künstliche Intelligenz durchdringt immer mehr Lebensbereiche – von Justiz und Bildung über Verwaltung und Gesundheitswesen bis hin zu internationalen Machtfragen. Doch was verstehen wir eigentlich unter „Intelligenz“ – und was heißt es, wenn Maschinen „lernen“? Diese Fragen stellte Lena Kästner, Professorin für Philosophy, Computer Science and Artificial Intelligence an der Universität Bayreuth, gleich zu Beginn des Abends.
Der Begriff „Artificial Intelligence“ tauchte erstmals 1956 auf der Dartmouth Conference auf – gemeint waren einfache Logikprogramme und Schachcomputer. Heute hingegen sprechen wir über Systeme wie Large Language Models, die enorme Datenmengen verarbeiten, aber selbst keine echten Einsichten gewinnen können – sogenannte „stochastische Papageien“. Für Kästner ist klar: KI sei kein magisches Wesen – aber auch keine einfache Rechenmaschine. Gerade deshalb müsse man genauer hinschauen.

