Plattformökonomie – Chance oder Risiko für den Rechtsmarkt?

Bucerius Innovation Day analysiert erste Praxisbeispiele aus dem wirtschaftsberatenden Rechtsmarkt

Amazon, Alibaba und Co sind Schwergewichte der sogenannten Plattformökonomie. Mit ihrem internetbasierten Geschäftsmodell bringen sie Anbieter*innen mit Kund*innen auf digitalen Marktplätzen zusammen. Dabei wirkt v.a. der Netzwerkeffekt: Je mehr Anbieter*innen auf der Plattform sind, desto interessanter wird es für die Kund*innen (mehr Auswahl, höherer Preisdruck) und umgekehrt (hohe Kundenbasis lockt Anbieter*innen an). Die Transaktionskosten sind gering, Preise und Qualität (durch Bewertungen oder Kommentare) transparent und es gibt immer wieder neue Geschäftsansätze (z.B. pay-per-use).


Bisher ist die Plattformökonomie v.a. auf die Privatkund*innen als Nutzer*innen etc. ausgerichtet; es gibt jedoch zunehmend auch Plattformen für Transaktionen zwischen Geschäftskund*innen. Immer häufiger ist die Rede davon, dass die Plattformökonomie auch für den wirtschaftsberatenden Rechtsmarkt eine bedeutende Rolle spielen wird. Aber ist das wirklich so? Ist ein in Teilen hochspezialisierter Dienstleistungsmarkt tatsächlich „plattformisierbar“? Und in welchen Bereichen und von Seiten welcher Akteur*innen zeichnen sich hier Veränderungen ab?


Mit diesen Fragestellungen beschäftigt sich aktuell das Bucerius Center on the Legal Profession in Vorbereitung auf den im Oktober 2021 stattfindenden Bucerius Innovation Day. „Wir sind im engen Austausch mit Expert*innen von Amazon und des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) und natürlich analysieren wir auch Praxisbeispiele aus dem deutschen und europäischen Rechtsmarkt“, so Dr. Felix Wendenburg, Mitglied der Executive Faculty des Bucerius Center on the Legal Profession.


Der Bucerius Innovation Day ist ein jährlich stattfindendes Impulsformat, welches für und mit ehemaligen teilnehmenden Rechtsabteilungen, Kanzleien und alternativen Anbietern des Bucerius Open Innovation Labs gestaltet wird. Das gewonnene Know-how des Open Innovation Labs - einer gemeinsamen anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsplattform zur Stärkung der strategischen Eigenpositionierung sowie zur frühzeitigen Chancenerkennung für das eigene Geschäftsmodell - wird genutzt, um Erkenntnisse für die Zukunft des Rechtsberatungsmarktes zu erhalten und die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmenden markt- und zukunftsgerecht zu gestalten.


Das Bucerius Open Innovation Lab geht im Frühjahr 2022 in die dritte Runde. Gesucht werden Kanzleien und Rechtsabteilungen, welche die Zukunft des Rechtsmarktes aktiv gestalten und bereits heute Antworten auf die Frage zur Zukunft des Wertschöpfungsmarktes erhalten möchten.

 

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