Programmieren statt Paragraphen

Technologiezertifikat wird erstmals an Studierende der Bucerius Law School verliehen

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Zwei Jahre haben die Studierenden der Bucerius Law School auf diesen Moment hingearbeitet, sich mit Statistik, Grundlagen der Informatik und ethischen Fragen des Technologieeinsatzes beschäftigt und schließlich auch selbst Programmieren gelernt: Am 19. Februar 2020 erhielten die ersten Absolventen das 2018 eingeführte  Technologiezertifikat.

 

„Der Erwerb technologischer Schlüsselkompetenzen ist unerlässlich, weil die digitale Rechtspraxis nach und nach alle Arbeitsbereiche erfassen wird.“ 

Niels Hartwig, Chief Counsel Corporate bei Siemens

 

Heranführung an technologische Fragen bereits in der Ausbildung

Nach einem Grußwort durch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Katharina Boele-Woelki, der Präsidentin der Hochschule, begrüßte Niels Hartwig, Chief Counsel Corporate bei Siemens, die Studierenden in der Süd-Lounge der Bucerius Law School. Denn Siemens fördert das Zentrum für Studium generale und Persönlichkeitsentwicklung bereits seit 2011. 2018 kam die finanzielle Unterstützung des neuen Technologiezertifikats hinzu. Hartwig betonte, wie wichtig der Erwerb technologischer Schlüsselkompetenzen vor dem Hintergrund sei, dass die digitale Rechtspraxis nach und nach alle Arbeitsbereiche erfassen werde. Für ein Unternehmen wie Siemens, das durch die Digitalisierung seinen Fokus mehr in Richtung Industrie-Software entwickelt hat, würden sich dadurch neue Herausforderungen stellen: Wie gestaltet man Compliance und Rechtsberatung in der digitalen Welt? Genau um diese Frage zu beantworten, sei es nach Hartwigs Auffassung unerlässlich, JuristInnen in der Ausbildung auch an technologische Fragen heranzuführen: „Für Unternehmen und Kanzleien ist es wichtig, die Zukunft der juristischen Ausbildung zu begleiten, weil an der der Bucerius Law School eben Studierende mit den exzellenten Kompetenzen ausgestattet werden, die man im eigenen Unternehmen haben möchte.“

Einzigartig in Deutschland

Diesen Anspruch hat das Technologiezertifikat für JuristInnen, das als erstes seiner Art in ganz Deutschland an der Bucerius Law School verliehen wird. Es unterstreicht damit die Vorreiterrolle, die die Hochschule auf dem Weg in Richtung eines innovativen und praxisorientierten Jurastudiums anstrebt. Meinhard Weizmann, Geschäftsführer der Bucerius Law School, führte dazu aus: „Wir sind stolz darauf, als erste Hochschule in Deutschland ein solches Technologiezertifikat zu haben und wurden dafür auch mit dem Innovationspreis der Digital Awards 2019 ausgezeichnet. Damit werden wir unserem Anspruch, eine innovative JuristInnenausbildung anzubieten, gerecht.“

Großes Interesse vonseiten der Studierenden

Das Technologiezertifikat stößt auch in der Studierendenschaft auf großes Interesse. Dies zeigt sich nicht allein daran, dass das Zertifikat bereits im ersten Durchlauf an 28 Studierende verliehen wurde. Greta Sparzynski, Studentin des Jahrgangs 2018, führte zu ihrer Teilnahme am Technologiezertifikat aus: „Ich fand es toll, dass an einer juristischen Hochschule auch Programmieren angeboten wird und die Kurse auch auf den juristischen Kontext abgestimmt waren.“ Ihr Kommilitone Jonas Klein fügte hinzu: „Das Technologiezertifikat war großartig, um ein technologisches Grundverständnis zu erwerben, Eindrücke zu erhalten und Interesse am Programmieren zu wecken.“

Nachdem das Technologiezertifikat an die TeilnehmerInnen übereicht wurden, konnten die Studierenden beim anschließenden Empfang ihren Erfolg feiern

Charlotte von Fallois

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