SPB III IN FRANKFURT: VON LUFTÜBERWACHUNG, INDUSTRIESCHALTERN UND APFELWEIN

Zwei Tage, drei Ziele und einige arbeitsrechtliche Einblicke in Unternehmen im Großraum Frankfurt am Main.

Forschung & Fakultät |

Vom 30. Juni bis zum 1. Juli 2025 unternahm der arbeitsrechtliche Schwerpunktbereich (SPB III) der Bucerius Law School unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Jacobs eine Exkursion nach Frankfurt am Main. Mit dabei: Studierende des Schwerpunktes und wissenschaftliche Mitarbeitende des Lehrstuhls. Das vielseitige Programm bot unter anderem Einblicke in den gesamtdeutschen Luftraum und die Fertigung tonnenschwerer Industrieschalter.

Arbeiten unter Hochspannung – Besuch bei der Deutschen Flugsicherung

Erster Programmpunkt war die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS), die den Luftraum über Deutschland sichert und koordiniert. Nach einer Einführung in die Struktur und Besonderheiten des Unternehmens – insbesondere im Bereich der Arbeitszeitgestaltung und der gesellschaftsrechtlichen Zwitterstellung als privatwirtschaftliches Unternehmen in vollständigem Staatseigentum – führte uns der Weg in das Area Control Center (ACC) in Langen. Hier erklärten erfahrene Fluglots:innen ihre verantwortungsvolle Tätigkeit, gaben Einblicke in ihre Ausbildung und beantworteten Fragen zur psychischen Belastung, den Schichtsystemen und der betrieblichen Mitbestimmung.

Auch bei der Arbeit in der Kanzlei steht man manchmal unter Strom – Austausch bei Thomas Ubber

Im Anschluss an den spannenden Einblick bei der DFS wurden wir in die Kanzlei von Thomas Ubber eingeladen. In angenehmer Atmosphäre wurde angeregt über aktuelle Entwicklungen im kollektiven Arbeitsrecht diskutiert – ergänzt durch Erfahrungsberichte aus der anwaltlichen Praxis. Der Austausch bot vor allem die Gelegenheit, Theorie und Praxis des Tarifrechts zu erfahren und ließ den ersten Tag in einem professionellen, zugleich sehr offenen Rahmen ausklingen.

Und dann wurde der Schalter umgelegt – Besuch im Siemens Schaltanlagenwerk

Am zweiten Tag besuchten wir das Schaltanlagenwerk von Siemens, eine der größten Fabriken für Industrieschaltanlagen in Deutschland. Die Produktionshallen beeindruckten insbesondere durch die besonders breit gefächerten Tätigkeitsfelder und die schiere Dimension der Herstellung. Besonders spannend: Die Gespräche mit Vertreter:innen der Rechts- und Personalabteilung über Fragen der betrieblichen Mitbestimmung, Tarifbindung und Arbeitszeiterfassung in der Industrie – Themen, die dort nicht nur rechtlich, sondern auch ganz praktisch greifbar werden.

Von der Spannung zur Entspannung – Apfelwein und Handkäs zum Abschluss

Den Abschluss bildete der Besuch im Haus der Wirtschaft bei der Hessenmetall mit einem Einblick in die Welt der Verbandsjurist:innen. Dieses für viele Lawschooler ungewöhnliche Betätigungsfeld wurde von den anwesenden Juristen von Hessenmetall und der „Gegenseite“ der IG Metall erläutert. Im Anschluss ging es dann – landestypisch – in den Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen, um in einem urigen Wirtshaus mit Bembel die Exkursion bei Apfelwein und „Handkäs mit Musik“ ausklingen zu lassen. Auch wenn die kulinarischen Spezialitäten nicht jedem Gaumen schmeichelten, war die Stimmung ausgelassen und die Exkursion rundum gelungen. 

Dank an unsere Gastgeber

Der SPB III dankt herzlich der Deutschen Flugsicherung, Siemens sowie Thomas Ubber und Dr. Felicia von Grundherr für die spannenden Einblicke, offenen Gespräche und die große Gastfreundschaft. Auch demHamburger Verein für Arbeitsrecht e.V. gilt unser besonderer Dank für die finanzielle Unterstützung der Exkursion.

 Autor: Leon Langner

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