Streitkultur: Die Kunst des Streitens und ihre Bedeutung für die Demokratie

Öffentliche Veranstaltungsreihe des Studium generale der Bucerius Law School und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Die Idee

Corona, Klimawandel, Migration: Themen, die weltweit kontrovers diskutiert werden und polarisieren. Die Auseinandersetzung darüber wird zunehmend unsachlich geführt, kaum noch diskursiv verhandelt und spaltet die Gesellschaft. Die gegensätzliche Meinung in Ruhe anzuhören und respektvolle Streitgespräche zu führen scheint schwerer geworden zu sein.

Doch Streitgespräche sind einessenzieller Bestandteil der Demokratie. Wäre über die Auseinandersetzung die Suche nach dem politischen Konsens nicht mehr möglich,wankt das System, auf dem unsere Demokratie ruht. Zudem erleben wir in den vergangenen Jahren eine zunehmende Verunsicherung in der Streit- und Debattenkultur – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum. Woher diese Unsicherheit kommt, wie ihr entgegnet werden kann und warum Streit notwendig für unser Zusammenleben ist, soll in einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe nachgegangen werden.

Im Sinne des streitbaren und stets unbequemen Gerd Bucerius, Anwalt, Verleger, Politiker und Stifter, setzt sich die Veranstaltungsreihe zum Ziel, die Furcht vorm Streit zu nehmen und ihn wieder als bereichernden Bestandteil unserer Gesellschaft zu sehen.

Der Flyer zur Veranstaltungsreihe (pdf)

Das Programm


1. Sprache, Medien und Öffentlichkeit – Wie wollen wir streiten?

Mittwoch, 12. Mai 2021, 19.00 Uhr, Online

Streit ist notwendig in einer Demokratie. Doch vermehrt wird die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen als anstrengend, sogar als Zumutung wahrgenommen. Während der traditionelle Journalismus sich immer häufiger mit Vorwürfen der Lügenpresse konfrontiert sieht, lauert in den sozialen Medien – einst Hoffnung einer neuen Partizipationsmöglichkeit für die Öffentlichkeit – heute die Gefahr unreflektierter Meinungsbildung und gesellschaftlicher Hetze. Wie streiten wir richtig?

Am ersten Abend der Reihe diskutieren die Journalistin Charlotte Parnack, Ressortleitung Streit, DIE ZEIT und der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft, Universität Tübingen.

Moderation: Dr. Heinrich Wefing, Ressortleiter Politik, DIE ZEIT

Ical

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2. Streit und Demokratie: Vom Sinn einer offenen Gesellschaft

Mittwoch, 2. Juni 2021, 19.00 Uhr, Online

Streit und öffentlicher Meinungsaustausch spielen eine zentrale Rolle für Demokratien. Auch in der Bundesrepublik. Ein Blick auf die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts offenbart gleich zweimal den Schrecken, der von Diktaturen mit fehlender Meinungsfreiheit ausging. Gleichzeitig erscheint in Deutschland die Streitkultur gegenwärtig so vergiftet wie lange nicht mehr. Welche Bedeutung hat Streit für unser Demokratieverständnis und eine offene Gesellschaft, wie wir sie kennen und wünschen?

Am zweiten Abend diskutieren Meredith Haaf, Autorin (u.a. Streit! Eine Aufforderung, München, dtv Verlag, 2018), Journalistin, Süddeutsche Zeitung und Prof. Dr. Dres. h.c. Andreas Voßkuhle, Direktor Institut für Staatswissenschaft & Rechtsphilosophie Abteilung 1 (Staatswissenschaft), Universität Freiburg.

Moderation: Dr. Heinrich Wefing, Ressortleiter Politik, DIE ZEIT

Ical

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3. Lass uns reden: Ein echtes Streitgespräch

Mittwoch, 23. Juni 2021, 19.00 Uhr, Online

Es braucht Mut zu streiten und zwar über die existentiellen Themen unserer Zeit. Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten beiden Abende soll gemeinsam mit dem Publikum eine offene Diskussion ohne Vorbehalte und Furcht vor Streit oder einer anschließenden Stigmatisierung geführt werden. Denn nur durch den Austausch können gemeinsame Wege für die gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart entdeckt werden. Thema des Abends: Hat der Staat in der Corona-Pandemie versagt?

Es diskutieren Prof. Dr. Anika Klafki, Juniorprofessorin Öffentliches Recht, Universität Jena und N.N.

Moderation: Dr. Heinrich Wefing, Ressortleiter Politik, DIE ZEIT

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