Erfolgreiche Vis Moot Saison 2026

Studierende der Bucerius Law School messen sich mit Universitäten aus aller Welt und schneiden in Hong Kong so erfolgreich wie noch nie ab.

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Der Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot behandelt jedes Jahr einen anderen Fall im Bereich der internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit. Der Wettbewerb ist der international größte zivilrechtliche Moot Court. Dieses Jahr nahmen in Hong Kong ca. 160 Teams, in Wien sogar ca. 380 Teams teil. Materiellrechtlich findet stets das CISG (UN-Kaufrecht) Anwendung. Die prozessualen Fragen bestimmen sich nach der jeweils anwendbaren Schiedsordnung, die jedes Jahr die einer anderen Schiedsinstitution ist. 2026 fand das Regelwerk des Singapore International Arbitration Centre (SIAC) Anwendung. Das erstes prozessuale Problem war jedoch bereits die Frage, welche Version der SIAC-Regeln von den Parteien gewählt wurde. Außerdem ging es um die Pflicht zur Offenlegung von Third Party Funding und Insurance-Agreement. Materiellrechtlich wurde darüber gestritten, ob der Beklagte aufgrund einer vertraglichen Force majeure-Klausel oder Art. 79 CISG von der Haftung befreit ist. Außerdem ging es um die Zulässigkeit der Schadensberechnung nach Art. 75 CISG im Falle eines Deckungsverkaufes vor Vertragsaufhebung.

Das Team bestand in diesem Jahr aus Béatrice Barth (Jg. 2023), Linus Katzenbach (Jg. 2022), Anna-Lena Rothbarth (Jg. 2023) und Johann Thein (Jg. 2023). Unterstützt wurde es von Marvin Johnson, Levke Mikuteit, Victoria Wicker und Hannes Willenbrock (alle Jg. 2020), dem Vis-Siegerteam 2024, als Coaches.

Der Vis: Ein Marathon, kein Sprint

Nachdem im Oktober 2025 die Fallakte veröffentlicht wurde, war bis Anfang Dezember der Klägerschriftsatz einzureichen. Die Teamarbeit fand in diesem Stadium noch ausschließlich digital statt. Anna-Lena und Johann befanden sich in ihrem Auslandsstudium in Sydney, Bea in Lissabon, und Linus lernte in Hamburg für seine Schwerpunktprüfungen. An den Weihnachtsfeiertagen erhielten wir dann die Klägerschriftsätze der Teheran-Universität und der Yale University, auf die wir jeweils bis Ende Januar 2026 mit unseren Beklagtenschriftsätzen zu antworten hatten. Ab Januar war endlich das gemeinsame Arbeiten im Team auf dem Campus möglich. Ein Schriftsatz hat beim Vis einen Umfang von 35 Seiten, dazu kommen noch die Verzeichnisse.

Im Februar 2026 startete dann die intensivste Phase des Wettbewerbs, die der mündlichen Verhandlungen. Fast jeden Tag war ein Probepleading angesetzt. Diese fanden zu einem großen Teil in den Räumen unserer Förderkanzleien statt, bei denen wie uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Unterstützung bedanken möchten. Zu Probepleadings gegen andere deutsche Teams sind wir auch nach Berlin, Düsseldorf und München gereist. Hinsichtlich der rhetorischen Fähigkeiten wurde das Team von John Faulk unterstützt.

Ein wichtiger Teil der Vorbereitung waren auch die Pre-Moots, die in verschiedenen Städten Europas stattfanden. Diese haben uns die Möglichkeit gegeben, bereits frühzeitig gegen Teams aus anderen Ländern anzutreten und etwas von der Turnieratmosphäre zu simulieren. So sind wir nach Hannover, Amsterdam, Athen, Warschau und München gereist und haben jedes Mal tolle Teams aus verschiedensten Ländern kennengelernt.

Erfolge in Hong Kong und Wien

Darauf folgten schließlich die Highlights der Vis-Zeit, die beiden richtigen Wettbewerbe in Hong Kong und Wien.

Los ging es vom 15. März bis zum 22. März 2026 in Hong Kong mit dem 23. Vis East. Als Speaker traten dort Anna-Lena Rothbarth und Linus Katzenbach an. Als zweitbestes Team der Vorrunde (von 160 Teams) qualifizierten sich die beiden für die KO-Runden. Im Sechzehntelfinale setzten wir uns zunächst gegen ein indisches Team durch und trafen dann im Achtelfinale auf das Team aus Freiburg. Auch diese Runde konnten wir für uns entscheiden, sodass wir dann im Viertelfinale gegen die Gastgeber der CUHK antreten durften. Nachdem wir dort den Sieg erringen konnten, mussten wir uns schließlich im Halbfinale der Hidayatullah National Law University geschlagen geben. Insgesamt gehörte die Bucerius Law School damit zu den besten vier Teams des diesjährigen Wettbewerbs in Hong Kong. Dieses Ergebnis ist bisher unerreicht in der Geschichte der Hochschule. Wir sind sehr stolz auf diesen historischen Erfolg! Darüber hinaus wurden die Einzelleistungen der beiden Speaker ausgezeichnet. Anna-Lena gewann einen Preis als drittbeste Speakerin des Wettbewerbs, Linus eine Honorable Mention (Top 10). 

Als letzte Übung vor dem Wettbewerb in Wien galt es für die beiden Wien-Speaker Johann und Bea am 25. März noch den CAM-CCBC zu absolvieren. Dies gelang mit großartigem Erfolg, das Team erreichte den geteilten ersten Preis. Zusätzlich wurden die Leistungen der beiden Speaker auch individuell ausgezeichnet und Bea erreichte sogar den zweiten Platz als Best Speaker. 

Vom 27. März bis 2. April 2026 fand dann der 33. Vis Moot in Wien statt. Das Team qualifizierte sich als 15. bestes Team der Vorrunde (von 380 Teams) für die Round of 64. Dort mussten wir uns leider einer indischen Uni geschlagen geben. Insgesamt war die Bucerius Law School damit also eines der besten 64 Teams des gesamten Wettbewerbs. Darüber hinaus erzielte das Team eine Honorable Mention für den Beklagtenschriftsatz. Besonders stolz ist das Team außerdem auf die Honorable Mention für den Joseph A. Schwartz Award for Academic Excellence and Social Skills. Damit gehört die Bucerius Law School zu den vier besten Teams in dieser Kategorie, ebenfalls eine Leistung, die in der Geschichte der Hochschule bisher noch nicht erzielt wurde.

Insgesamt blicken wir damit auf ein historisch erfolgreiches Jahr mit vielen Erinnerungen und neuen Freunden zurück, das uns fachlich und persönlich geprägt hat. Ein besonderer Dank geht an unsere Sponsoren CMS, Fieldfisher, Freshfields, Gibson Dunn, GÖRG, HEUKING, NEUWERK, Noerr, Osborne Clarke, Quinn Emanuel, SPANGENBERG und WACH UND MECKES.

Weitere Eindrücke sind auf der Instagram-Seite (@bucerius_vismoot) sowie auf der LinkedIn-Seite (Bucerius Vis Moot) zu finden.

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Linus Katzenbach

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