Nach einer erfolgreichen Qualifikation im nationalen Wettbewerb nahm unser Jessup-Team an den International Rounds in Washington, D.C. teil, wo sich die besten Teams weltweit begegnen. Dort schaffte es als 13. bestes Team der Vorrunden den Eintritt in die K.O.-Runden und erhielt eine Auszeichnung für beide Schriftsätze. Wir blicken zurück auf eine erfolgreiche Mooting-Saison.

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Große Erfolge beim Jessup Moot Court 2026
In Washington, D.C. begegnen sich die besten Jurastudierenden der Welt. Die Bucerius Law School ist mittendrin — und ganz schön erfolgreich.
„Olympics of International Law“
Im Jessup Moot Court wird ein englischsprachiges Verfahren zu aktuellen Themen des Völkerrechts vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) simuliert. Er ist der älteste und größte Moot Court der Welt mit Teilnehmenden aus über 800 Universitäten aus über 100 Jurisdiktionen. Die Kernfragen des diesjährigen Sachverhalts betrafen insbesondere die Intervention in Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof als Nichtpartei, Rechte indigener Völker bezüglich seltener Erden im Boden ihres Landes, Ne Bis In Idem als allgemeiner Rechtsgrundsatz des Völkerrechts und die Frage, wann ein Staatsunternehmen von der innerstaatlichen Gerichtsbarkeit eines anderen Staates ausgenommen ist.
Die Vorbereitung
Das diesjährige Team der Bucerius Law School setzte sich aus den Applicants Elena Kliewer (Jg. 2024) und Till Meyer-Jark (Jg. 2023) sowie den Respondents Paula Ahrens (Jg. 2023) und Sarah Deschler (Jg. 2023) zusammen. Unterstützt wurden die Teammitglieder von ihren Coaches Per Ahmerkamp und Laura Anheuser (beide aus dem 2025er Jessup-Team), Lina Tölle und Bruno Brugger (beide aus dem 2023er Jessup-Team) und Isabel Kaiser (aus dem 2021er Team der Uni Göttingen).
Zunächst mussten die vier Mooties ihre Argumentation aufbauen. Hierzu recherchierten sie in der Zeit zwischen September 2025 und Januar 2026 zu ihren jeweiligen Themenbereichen, verfassten zwei ca. 60-seitige Schriftsätze und erhielten ihre ersten Rhetoriktrainings. Während Elena nebenbei die Fächer des vierten Semesters meisterte, absolvierten Till, Paula und Sarah parallel ihr Auslandstrimester in Cape Town, Tokio und Madrid. Anfang Januar 2026 wurde das Team für die Schriftsatzintensivphase wiedervereint, wo es 10 Tage lang – wie der Name schon sagt – von morgens bis abends intensiv an den Schriftsätzen feilte.
Im Januar und Februar bereitete sich das Team dann auf den mündlichen Teil des Wettbewerbs vor. Neben der Unterstützung von Rhetorikcoach John Faulk gab es zahlreiche Probepleadings mit Coaches, Jessup-Alumni und in Kanzleien. Wir danken den Anwälten von SPANGENBERG, Graf von Westphalen, Noerr und Luther für diese lehrreichen Pleadings.
Erfolge im nationalen Wettbewerb in Trier
Vom 18. bis zum 21. Februar durfte sich das Team in den German National Rounds beweisen, die dieses Jahr von der Universität Trier ausgerichtet wurden. Es stand viel auf dem Spiel: Nur die besten vier Teams von insgesamt 21 teilnehmenden würden sich für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Nach vier erfolgreichen Vorrundenpleadings belegte das Team nach den Punkten der Vorrunde den zweiten Platz als Team und den dritten Platz als Klägerseite, wofür die Mooties jeweils Preise erhielten. Auch in den K.O.-Runden bewiesen sie sich und konnten sich bis hin zum Finale durchsetzen. Dort durften sie ihre Argumente vor einer beeindruckenden Richterbank, zusammengesetzt aus einem IGH-Richter, zwei EGMR-Richtern und weiteren großen Namen der deutschen und internationalen Völkerrechtsszene vortragen. Im Ergebnis qualifizierten sich die Mooties als zweitbestes Team der German National Rounds erfolgreich für Washington, D.C.!
International Rounds in Washington
Im Hinblick auf die Reise nach D.C. bereiteten sich die Mooties nicht nur durch gezielte Nacharbeit zu besonders kniffeligen Fragen aus den National Rounds effizient auf die Internationalen Runden vor, sondern bewältigten parallel die Klausurenphase. Zum Vergleich: An den meisten anderen Universitäten nehmen sich Studierende für den Moot Court ein ganzes Freisemester. Ein besonderes Highlight war das Probepleading bei Hengeler Mueller in Berlin, wo das Team sich insbesondere über ein Wiedersehen mit den anderen drei qualifizierten Teams (die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Hamburg und die Universität Heidelberg) freuen konnten.
Am 27. März ging es dann schon los. Das Team machte sich auf nach Washington, D.C., wo sich die besten 164 Teams aus aller Weltversammelten. Unsere Mooties siegten in den vier Vorrundenpleadings gegen Teams der Universidade Federal do Pará (Brasilien), Universidade de São Tomé e Príncipe, Universidad del Rosario (Kolumbien) und der Universidad de Puerto Rico, Rio Piedras. Hierdurch erreichte das Team den 13. Platz in der Vorrunde und qualifizierte sich für die K.O.-Runden. Dort unterlag unser Team nach einem intensiven und spannenden Match knapp der Wuhan University Law School.
Nichtsdestotrotz gab es für das Team noch einiges zu feiern: Nicht nur befand es sich mit diesem Ergebnis in den besten 7% aller teilnehmenden Teams weltweit, sondern es wurde zudem noch für die Gesamtpunktzahl aus beiden Schriftsätzen mit dem fünften Platz ausgezeichnet.
Auf diese Erfolge im nationalen und internationalen Entscheid darf das Team wirklich stolz sein. Durch die tiefen Einblicke in aktuelle, heiß umstrittene Themen des Völkerrechts, Begegnungen mit Völkerrechtsbegeisterten aus aller Welt und einer eng verbindenden Teamerfahrung haben alle Teammitglieder einzigartige Erinnerungen geschaffen, die sie nie vergessen werden.
Unterstützung
Wir möchten uns besonders bei unseren langjährigen Sponsoren SPANGENBERG und Dr. Friedrich Rosenfeld, sowie Aurelius Cotta, Freshfields, Dr. Richard Happ, Hengeler Mueller, Heuking, Noerr und Quinn Emmanuel bedanken, ohne die diese Reise so nicht möglich gewesen wäre.
Text
Laura Anheuser
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