Erneut gewann ein Team mit einer Studentin der Bucerius Law School den diesjährigen Law Without Walls-Wettbewerb – bereits zum fünften Mal in Folge! Das Siegerteam hatte einen KI-Coach für Kanzleien entwickelt. Ein toller Erfolg, zu dem die Hochschule und das Master of Law and Business-Team herzlich gratulieren!
Die Aufgabe des Wettbewerbs war die Entwicklung einer technologischen Lösung an der Schnittstelle zwischen Recht, Wirtschaft und Technologie. In diesem Jahr nahmen fünf Studierende des Bucerius Master of Law and Business (MLB) an dem renommierten Law Without Walls (LWOW)-Programm teil, dessen Höhepunkt der Wettbewerb an der NOVA School of Business and Economics in Portugal war.
Der Gesamtsieg sowie die Goldmedaille gingen an MLB-Studentin Kübra İslamoglu Bayer und ihr Team für das Projekt Leggy. Das Sieger-Team befasste sich mit der Frage, wie Anwendungsfälle für KI strategisch identifiziert, bewertet und entwickelt werden können, um eine effiziente Einführung von KI in die Praxisgruppe einer Kanzlei zu fördern. Als Lösung für dieses Problem entwickelten die Studierenden Leggy – einen innovativen Echtzeit-KI-Coach, der direkt in die Arbeitsabläufe der Praxisgruppe eingebettet ist. Gesponsert wurde das Team von White & Case und Legora.
Schnittstelle zwischen Recht, Wirtschaft und Technologie
LWOW ist ein praxisorientiertes Lernprogramm, das jedes Jahr Studierende aus über 30 Rechts- und Wirtschaftshochschulen weltweit mit Rechtsanwält:innen, Fachleuten aus der Wirtschaft, Unternehmern und Risikokapitalgebern zusammenbringt.
In internationalen und interdisziplinären Teams befassen sie sich mit anspruchsvollen Fragestellungen an der Schnittstelle von Recht, Wirtschaft und Technologie. Zu den Schwerpunktthemen zählen Rechtsinnovation, Technologie und Betriebsabläufe, Ethik und Compliance, Zugang zur Justiz sowie aufstrebende Bereiche wie Datenschutz, Cybersicherheit, künstliche Intelligenz sowie ESG und soziale Unternehmensverantwortung.
Die kreativen Ideen der MLB-Teams
Beim jährlichen Wettbewerb – auch LWOW-Sprint genannt – nahmen rund 180 Studierende und Mentor:innen aus aller Welt teil. Unsere MLB-Studierenden waren an folgenden Ideen beteiligt:
Das Team um Anara Balgabekova arbeitete an seiner Lösung „Pharmasee“, um sicherzustellen, dass bei der Expansion eines Unternehmens Kundenverpflichtungen nahtlos vom Vertragsabschluss bis zur Umsetzung gelangen, ohne dass es zu Lücken bei der Zuständigkeit, der Nachverfolgung oder der Transparenz kommt. Gesponsort wurden sie von von Silverman Schermer und The Pharmacy Hub.
Hediyeh Motalebzadehs Projekt „SAPproved“ befasste sich mit folgender Fragestellung: „Vom Gatekeeper zum vertrauenswürdigen Berater: Wie kann die Rechtsabteilung als einflussreicher, strategischer Berater wahrgenommen und erlebt werden, dessen Fachwissen vom Unternehmen und vom Vorstand aktiv in Anspruch genommen wird, um wichtige Entscheidungen zu gestalten und nicht nur zu validieren?“. Die Sponsoren waren EY Law und SAP.
Das Gruppenprojekt „iManage Pulse“ von Kaitlin Bakken befasste sich mit dem Problem „Lost in Translation“: Wie können Rechtsorganisationen die wachsende Kluft zwischen den Möglichkeiten ihrer Technologie und der tatsächlichen Nutzung durch ihre Mitarbeiter überbrücken, damit die Einführung alle einbezieht, die Investitionen echten Mehrwert schaffen und kein Anwalt zurückbleibt? Gefördert wurden sie von iManage und PLMJ.
Die Gruppe mit Khushboo Rajesh Bajaj befasste sich mit dem Thema „Den Mehrwert nachweisen“: Wie können M&A-Anwälte den Wert vermitteln, den sie bei der Transaktionsgestaltung, der Due Diligence, den Verhandlungen und der Transaktionsabwicklung schaffen, damit sich die Preisgestaltung eher am Mehrwert und an der Wirkung als am Zeitaufwand orientiert? White & Case und Legora waren hier ebenfalls die Sponsoren.
Unser MLB-Dekan Professor Christopher Bisping fungierte als Mentor eines Teams, dessen App „GoMickey“ mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Dabei ging es um den Besuch von Disney-Parks und der Frage: Wie kann der Konzern künstliche Intelligenz nutzen, um personalisierte Parkerlebnisse zu bieten, ohne dabei die emotionale Bindung und die „Magie“ zu beeinträchtigen? Die Sponsoren waren Dentons und Walt Disney.
Über Jura hinaus: weltoffen, kooperativ und innovativ
Die Idee hinter LWOW ist es, die Grenzen der traditionellen juristischen Ausbildung zu überwinden und die Teilnehmer mit den Fähigkeiten, der Denkweise und der globalen Perspektive auszustatten, die erforderlich sind, um komplexe, grenzüberschreitende Probleme der realen Welt zu bewältigen. Michele DeStefano, Professorin für Rechtswissenschaften an der University of Miami, gründete 2011 die Initiative, um den Anforderungen des veränderten globalen Marktes gerecht zu werden. MLB-Studierende der Bucerius Law School beteiligen sich bereits seit 2015 an dem Programm.
Der Nutzen einer Teilnahme an LWOW geht weit über den Wettbewerb selbst hinaus. In einem intensiven Programm sammeln die Studierenden praktische Erfahrungen in der Arbeit in vielfältigen, leistungsstarken Teams, in denen oft kulturelle Unterschiede, unterschiedliche berufliche Erwartungen und enge Fristen eine Rolle spielen. Sie entwickeln wichtige Kompetenzen, die in der modernen Rechtspraxis immer unverzichtbarer werden, und erhalten Zugang zu einem globalen beruflichen Netzwerk.
Für die Bucerius Law School spiegelt das Engagement bei LWOW ein umfassendes Bekenntnis zu einer zukunftsorientierten juristischen Ausbildung wider. Es unterstreicht unsere Überzeugung, dass die Juristen von morgen nicht nur fachlich kompetent, sondern auch weltoffen, kooperativ und innovativ sein müssen. Indem wir die Teilnahme unserer Studierenden an Programmen wie LWOW unterstützen, möchten wir sicherstellen, dass sie nicht nur für den Erfolg im juristischen Beruf gerüstet sind, sondern auch dessen Zukunft mitgestalten können.
