5 Minuten mit: Prof. Doris König

Videoportrait mit Prof. Dr. Doris König, ehemalige Hochschulpräsidentin und Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts a.D. - #27

Forschung & Fakultät |

Doris König hat einen außergewöhnlichen Werdegang hinter sich – von der wissenschaftlichen Assistentin bis zur Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts. 

Im Gespräch bei „5 Minuten mit…“ spricht sie über ihre beruflichen Stationen, über ihre Werte und darüber, was die Bucerius Law School so besonders macht.

Erst Sprachen, dann Jura

Ursprünglich spielte Doris König mit dem Gedanken, Sprachen zu studieren, wollte aber keine Lehrerin werden. Auf Empfehlungen aus ihrem persönlichen Umfeld hin entschied sie sich für Jura an der Universität Kiel, womit sie zu Beginn etwas haderte. Erst nachdem sie das Völkerrecht für sich entdeckte, entbrannte auch die Freude für das Fach Jura. 

 

Weg in die Wissenschaft – mit Schlenker

König begann als wissenschaftliche Hilfskraft und arbeitete an ihrer Promotion als wissenschaftliche Assistentin. Um den „Elfenbeinturm zu verlassen“, wie sie sagt, hat sie das universitäre Umfeld für drei Jahre hinter sich gelassen, um am Landgericht Hamburg als Richterin tätig zu sein. Schließlich bot sich die Möglichkeit der Habilitation, die sie ergriff. 

In ihrer Forschung beschäftigte sie sich mit dem Seevölkerrecht und dem Umwelt- und Klimaschutzrecht. Das Europarecht und der internationale Menschenrechtsschutz waren weitere Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit.

 

Einstieg in die Bucerius Law School

Bereits zur Gründung der Hochschule im Jahr 2000 bildete Doris König mit weiteren vier Professoren die Startriege. Sie war von 2005 – 2007 Vizepräsidentin und schließlich ab 2012 Präsidentin der Bucerius Law School. Dabei war ihr unter anderem wichtig, die Internationalität der Hochschule weiter auszubauen. 

Eine weitere Entwicklung nahm damals ihren Anfang: Während ihrer Präsidentschaft gründete sich die erste Law Clinic und damit der Start der studentischen Rechtsberatung als ehrenamtliches Engagement an der Bucerius Law School.

 


5 MINUTEN MIT…

In der Videoreihe: "5 Minuten mit…" stellen wir unsere Professor:innen vor. Was für einen Lehrstuhl haben sie inne? An welchen Schwerpunkten arbeiten sie? Und uns interessiert, was unsere Professor:innen für Menschen sind: Wer steckt hinter dem Lehrstuhl? Was fasziniert sie an der Hochschule und an Hamburg? All das noch viel mehr erfahren Sie in "5 Minuten mit...".

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Bundesverfassungsgericht: „Juristerei am Hochreck“

Die Amtszeit als Präsidentin währte allerdings nur rund zwei Jahre, da der Ruf nach Karlsruhe folgte. Dort war sie elf Jahre lang als Richterin, Vorsitzende des Zweiten Senats und schließlich als Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts tätig. Im Herbst 2025 schied sie aus Altersgründen aus.

Diese Zeit beschreibt sie als „unglaublich intensiv“, die inhaltliche Arbeit empfand sie als „Juristerei am Hochreck“. Wenngleich die Beratungen teilweise anstrengend gewesen seien, hätte es gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, eine „Duftmarke hinterlassen zu können“ und das Verfassungsrecht zu prägen. 

 

Law School-Spirit und Menschlichkeit

König gehört zum Urgestein der Bucerius Law School. Für sie zeichnete sich die Hochschule von Anfang an dadurch aus, neue Wege zu gehen. Sei es das Ausprobieren neuer Lernformate, die Internationalität, der gute Betreuungsschlüssel zwischen Lehrenden und Studierenden oder die vielseitige Forschung. Besonders sei vor allem Law School Spirit: spürbar durch die kleine Gemeinschaft, die durch gemeinsame Ziele zusammengeschweißt wird. 

Für Doris König ist Menschlichkeit wichtig. Darunter versteht sie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Gesellschaft zu engagieren. So könne jeder und jede einen Beitrag leisten, um die Gesellschaft lebenswerter zu machen. Für Juristen sei es besonders wichtig, die liberale Demokratie, die Freiheit und Rechtstaatlichkeit zu bewahren.

 

Hamburg als Fels in der Brandung

Geboren in Kiel, lebt König seit mittlerweile rund 40 Jahren in Hamburg – unterbrochen durch Aufenthalte in Kiel oder Karlsruhe. Die Stadt sei für König der Fels in der Brandung, in der sie sehr gerne lebe.

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