Demokratie in der Krise - Was wird aus der politischen Mitte in polarisierten Zeiten?

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Zu Gast im Debattenforum sind Sigmar Gabriel, Philip Manow, Julia Reuschenbach und Martina Kix.
Polarisierung und Parteienfragmentierung gefährden stabile demokratische Mehrheiten. Doch womöglich liegt das Problem tiefer: Vertraute politische Ordnungskategorien geraten selbst in die Krise. Die Unterscheidung zwischen „links“ und „rechts“ verliert an Erklärungskraft – und mit ihr die Vorstellung einer politischen Mitte, in der Vernunft, Ausgleich und Mehrheitsfähigkeit zusammenfallen. Was bedeutet politische Mitte heute? Und wie tragfähig ist sie noch als politisches Konzept?
Ausgangspunkt des Abends ist der SPIEGEL-Gastbeitrag „Wohnt in der Mitte noch die Mehrheit?“ von Prof. Dr. Philip Manow. Der Text zeigt, wie sich politische Lager und Wählerschaften verschoben haben: Während sich die sogenannte Mitte wirtschaftlich wie gesellschaftlich hoch liberal positioniert, formieren sich populistische Parteien zunehmend als neue Arbeiterparteien. Die klassische Annahme, dass dort, wo die Mitte ist, auch die Mehrheit wohnt, gerät damit ins Wanken. Historisch stand die politische Mitte – von Gerhard Schröders „Neuer Mitte“ bis zu Angela Merkels Politik von „Maß und Mitte“ – lange für Stabilität und Regierungsfähigkeit. Heute jedoch werden diese Konzepte zunehmend kritisch bewertet: als Strategien der Status-quo-Sicherung in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche.
Mit Prof. Sigmar Gabriel bringen wir die Perspektive eines erfahrenen politischen Gestalters ein, der als Vizekanzler in der Merkel-Regierung selbst Teil einer breiten politischen Mitte war, in der Mehrheiten noch verlässlich organisiert werden konnten. Dr. Julia Reuschenbach ordnet aktuelle Parteientwicklungen und demokratische Transformationsprozesse politikwissenschaftlich ein. Gemeinsam mit Prof. Dr. Philip Manow und unter Moderation von Martina Kix diskutieren wir: Ist die politische Mitte weiterhin unverzichtbar für demokratische Mehrheiten – oder verstellt sie den Blick auf neue Konfliktlinien? Und welche Voraussetzungen braucht demokratische Politik, um unter veränderten Bedingungen wieder mehrheitsfähig zu werden?
Zu Gast im Debattenforum sind:
Prof. Sigmar Gabriel, ehemaliger Vizekanzler und Außenminister
Prof. Dr. Philip Manow, Politikwissenschaftler und Professor an der Universität Siegen, Buchautor
Dr. Julia Reuschenbach, Politikwissenschaftlerin an der Universität Hamburg, Buchautorin und Podcasterin
Martina Kix, Teamleiterin beim SPIEGEL im Ressort „Meinung & Debatte“ (Moderation)
Veranstaltung in Kooperation mit der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS
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