Schwerpunkt

Prüfung im Schwerpunkt & Bachelorarbeit

In diesem Studienabschnitt entscheidest du dich für einen juristischen Schwerpunktbereich, in dem du die Universitäre Schwerpunktbereichsprüfung ablegst. Zusätzlich verfasst du in dieser Phase deine Bachelorarbeit. 

Wenn du das Schwerpunktstudium erfolgreich abschließt, erhältst du den Bachelor of Laws (LL.B.) – deinen ersten akademischen Grad und einen wichtigen Meilenstein auf deinem juristischen Weg.

Schwerpunktbereiche

Nach deiner Rückkehr nach Hamburg stehen neben den letzten Pflichtvorlesungen die Schwerpunkte im Mittelpunkt: Vom achten bis zum zehnten Trimester konzentrierst du dich auf einen der neun angebotenen Schwerpunktbereiche.

Im SPB I geht es um die Strukturen internationaler Beziehungen und Verträge, besonders im Völker- und Unionsrecht, deren Bedeutung durch die Globalisierung stark wächst.

Du untersuchst, wie diese Regelwerke nationale Verfassungen und Rechtsordnungen prägen – etwa bei Menschen- und Grundrechten sowie im Wirtschafts-, Finanz- und Wettbewerbsrecht.

Zusätzlich werden zentrale Bereiche des Besonderen Völkerrechts behandelt, darunter das Internationale See- und Umweltrecht.

Das Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht wird weltweit intensiv diskutiert und lässt sich interdisziplinär beleuchten.

Gleichzeitig ist das Fach hoch praxisrelevant: Anwält:innen, Notar:innen, Unternehmensjurist:innen und Aufsichtsbehörden bearbeiten täglich konkrete Fälle und Gestaltungsaufgaben.

Im SPB II bekommst du genau diesen Praxisbezug und tauchst zusätzlich in die spannend-dogmatischen Fragestellungen ein. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Corporate Governance, Konzernrecht, öffentliche Übernahmen und europäische Finanzmarktregulierung.

Der SPB III legt den Fokus auf Praxis: Vorlesungen werden durch Vorträge von Expert:innen aus Kanzleien, Verbänden und Unternehmen sowie durch Exkursionen zu Betrieben und Gerichten ergänzt.

Arbeitsrecht zählt zum besonders prüfungsrelevanten Zivilrecht – ein klarer Vorteil für deine Examensvorbereitung. Gleichzeitig bleibt das Fach lebendig: Es ist politisch, dynamisch und stark europarechtlich geprägt.

Dass Studierende der Bucerius Law School den Moot Court am Bundesarbeitsgericht schon dreimal gewonnen haben, zeigt, wie praxisnah und kompetenzorientiert der Schwerpunkt gestaltet ist.

Die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Sie erfordert die gerechte Verteilung knapper ökologischer und ökonomischer Ressourcen und bringt politische, wirtschaftliche und soziale Spannungen mit sich.

Dieser Wandel soll durch das Recht möglichst fair gesteuert werden. Dabei geht es nicht nur darum, Regelungen als rechtmäßig oder rechtswidrig einzuordnen, sondern das Recht aktiv als Instrument demokratischer und politischer Gestaltung zu nutzen.

Innerhalb des zulässigen rechtlichen Rahmens werden unterschiedliche Steuerungsinstrumente kombiniert, um sachgerechte Lösungen zu entwickeln. Klassische juristische Fragestellungen treffen so direkt auf rechtspolitische Überlegungen. Der neue Schwerpunktbereich IV bietet die ersten grundlegenden Einblicke in dieses komplexe Feld.

Das Wirtschaftsstrafrecht umfasst klassisch allgemeine Kernfragen sowie die Bereiche Steuer- und Insolvenzrecht. In den letzten Jahren hat das Kapitalmarktstrafrecht durch gesetzgeberische Reaktionen auf die Finanzkrise stark an Bedeutung gewonnen. Strafrechtliche Maßnahmen wirken dabei nicht nur auf Einzelpersonen, sondern auch auf viele Lebensbereiche – besonders deutlich zeigt sich das im Medizinstrafrecht, das praxisnah spannende und existenzielle Fragestellungen aufwirft.

In der ersten Variante des Schwerpunktbereichs vertiefst du das Wirtschafts­strafrecht, insbesondere die praxisrelevanten Felder Insolvenz- und Kapitalmarktstrafrecht. Beide Themen zählen zu den prüfungsrelevanten Kernfächern.

Die zweite Ausprägung erweitert den Blick über die wirtschaftsstrafrechtliche Perspektive hinaus. Hier stehen die prüfungsrelevanten Kernfächer Medizinstrafrecht und Vertiefung Strafprozessrecht im Mittelpunkt.

Der SPB VI beschäftigt sich mit dem grenzüberschreitenden Handel, der stark von Internationalisierung und Privatisierung geprägt ist.

Dadurch ist der Rechtsanwender mit einer Vielzahl von Rechtsquellen konfrontiert – von völkerrechtlichen Verträgen über europäische Verordnungen bis hin zu nationalem Recht, Handelsbräuchen und internationalen Vertragsmustern. Diese Vielfalt eröffnet Jurist:innen große Gestaltungsspielräume.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gerichtlichen und außergerichtlichen Durchsetzung von Ansprüchen (dispute resolution) im internationalen Umfeld.

Recht ist ein Grundstoff moderner Gesellschaften – eine Mischung aus Sprache, praktischem Handeln, normativen Ansprüchen, Institutionen, Wissen und dem Anspruch auf Gerechtigkeit.

Wir erkunden, wie Jurist:innen mit Recht, seiner Praxis und seinen gesellschaftlichen Funktionen umgehen. Dabei geht es darum, wie schwierige Fälle gelöst werden, welche Rolle juristische Argumentation und Rechtsdogmatik spielen, wie sich Recht wandelt und wie Verfassungsrecht das einfache Recht beeinflusst.

Zudem betrachten wir, wie sich Vorstellungen wie die Autonomie des Einzelnen entwickelt haben, welche Aufgaben das Recht für die Gesellschaft erfüllt und wie es als Instrument gesellschaftlicher Steuerung genutzt wird.

Im Fokus steht vor allem das rechtswissenschaftliche Denken und Arbeiten: Welche Methoden nutzt die Rechtswissenschaft, welche Leistungen erbringt sie und wo liegen ihre Grenzen? Materiell-rechtlich stehen Fragen zur Stellung des Individuums unter dem Grundgesetz und seinen Gestaltungsmöglichkeiten im Privatrecht im Mittelpunkt.

Wegen der hohen ökonomischen Bedeutung steuerrechtlicher Fragen gilt Expertise in diesem Bereich in der Praxis als echtes Alleinstellungsmerkmal.

Der Schwerpunkt vermittelt fundierte Kenntnisse zur Besteuerung von Einzelpersonen, Personen- und Kapitalgesellschaften, zur Vermögensnachfolge und internationalen Steuerplanung und befähigt dich, unternehmerische Entscheidungen steuerlich einzuordnen.

Dabei werden Themen aus Gesellschaftsrecht, Finanzverwaltungsverfahren und Verfassungsrecht miteinander verknüpft. Praxisbezug entsteht durch Gastvorträge, Tagungen, Exkursionen und die erfolgreiche Teilnahme am Moot Court beim Bundesfinanzhof.

Die digitale Transformation verändert Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend und bringt neue Herausforderungen für das Recht mit sich.

Im SPB IX geht es um die rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte der Digitalisierung: Wie lässt sich technischer Fortschritt rechtlich steuern, ohne Innovation zu bremsen? Welche Rolle spielt das Recht bei Daten- und Plattformökonomien oder beim Einsatz von KI?

Du lernst, zentrale Rechtsmechanismen der digitalen Wirtschaft zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und praktisch anzuwenden – etwa in Workshops und praxisnahen Seminaren mit Expert:innen.

Der Schwerpunkt verbindet juristische Analyse mit technologischem Verständnis und bereitet dich auf die Rechtsfragen der digitalen Zukunft vor. Kerngebiete sind das Datenrecht, Immaterialgüterrecht und die Plattformregulierung.

Siri erklärt dir die Schwerpunktbereiche

Schwerpunktprüfung

Die Schwerpunktbereichsprüfung gilt nach § 58 Absatz 2 SPO als bestanden, wenn

  1. die Endnote gemäß § 58 Absatz 1 Nummer 1 mindestens 4,0 Punkte erreicht und
  2. von den drei Leistungskontrollen – Themenprüfung (inklusive Wissenschaftlicher Arbeit), Aufsichtsarbeit (§ 56a) und mündlicher Prüfung (§ 57) – mindestens zwei eine Gesamtleistung von mindestens 4,0 Punkten aufweisen.
PrüfungstypRechtsgebieteGewichtung
Schriftliche PrüfungenThemenarbeitGebiete des gewählten Schwerpunkts40%
AufsichtsarbeitStoff der Kernveranstaltungen des gewählten Schwerpunktbereichs40%
Mündliche PrüfungenStoff der Kernlehrveranstaltungen des gewählten Schwerpunktbereichs20%
 Insgesamt100%

Deine Bachelorarbeit

In den Sommerferien nach dem 9. Trimester schreibst du deine Bachelorarbeit, für die du insgesamt vier Wochen Zeit hast.

Mit der Arbeit zeigst du, dass du wissenschaftlich fundiert arbeiten und dir ein eigenes Urteil zu einem juristischen Thema bilden kannst. Sie zählt zugleich als Prüfungsleistung im Rahmen der Universitären Schwerpunktbereichsprüfung – also dem universitären Teil der Ersten Prüfung.

Nach Abschluss des Schwerpunktstudiums erhältst du in einer feierlichen Zeremonie den Bachelor of Laws (LL.B.) – dein erster berufsqualifizierender Abschluss und ein wichtiger Schritt auf deinem weiteren juristischen Weg.

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