5 Minuten mit: Prof. Thomas Rönnau

Dr. Rönnau, Professor für Strafrecht, über seine Faszination am Strafrecht und warum er als einziger an der Law School ein Klappbett hat.

Forschung & Fakultät |

Professor Dr. Thomas Rönnau ist Professor für Strafrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Strafprozessrecht am Lehrstuhl Strafrecht I der Bucerius Law School. Im Video „5 Minuten mit“ erklärt er, was das Strafrecht mit Philosophie zu tun hat, was ihn gerade beschäftigt und was er an seiner Arbeit besonders schätzt.

Seit dem Jahr 2000 lehrt Prof. Thomas Rönnau an der Bucerius Law School und gehört damit zu den fünf Gründungsprofessoren. Sein Weg in die Rechtswissenschaftslehre war dabei aber keineswegs immer vorgezeichnet. Nach dem Abitur ließ er sich erst einmal Broschüren über die Berufsbilder Fischwirt und Steuerberater zukommen – zum Glück hat er sich dann am Ende aber doch gegen die Fische und für die Rechtswissenschaft entschieden!

 

Warum Strafrecht?

Am Strafrecht fasziniert Prof. Rönnau besonders der Grundlagenbezug des Rechtsgebiets. Wann handelt jemand schuldhaft? Was ist die Willensfreiheit? Kann der Mensch überhaupt willensfrei handeln? Warum strafen wir? „Man ist immer mit einem Bein in der Philosophie bei diesen Fragen“ sagt er. In der Sache gehe es immer darum, wo das sogenannte erlaubte Risiko zu Ende sei und wie man das sozialschädliche vom noch sozialadäquaten Verhalten abschichte.

 

Woran forscht Prof. Rönnau zur Zeit?

Ein Thema, was ihn gerade besonders beschäftigt, ist das des Wuchers. Die Corona-Krise hatte am Anfang der Pandemie zu einer Explosion der Preise geführt. Ob dies ein Wucher im Sinne des Strafgesetzbuches ist, hat Prof. Rönnau gerade in einem Aufsatz behandelt. Hier ist für ihn besonders spannend, dass man sich nah an der Grenze zur Volkswirtschaftslehre bewegt und er mit Prof. Dr. Hans-Bernd Schäfer gemeinsam Fragen zu diesem Thema diskutieren konnte.

Prof. Rönnau genießt bei seiner Arbeit an der Law School aber vor allem auch die große Freiheit, die mit ihr kommt. Schon als wissenschaftlicher Assistent war ihm klar, dass ihm diese Gedankenfreiheit im Berufsleben besonders wichtig sein wird. Vor allem im Allgemeinen Teil des Strafrechts gebe es relativ knappe Vorschriften, mit denen man regelrecht „spielen“ könne. „Man kann Gedankengebäude aufbauen und testen, ob sie stehen, wenn man dagegen bläst“ ist seine malerische Umschreibung dieser Arbeit.

 

Der Kontakt zu Studierenden hält jung

Seit 22 Jahren ist Prof. Rönnau nun an der Law School und hat schon unzählige Diskussionen mit zahlreichen Studierenden geführt, teilweise spätabendlich draußen in der Kälte. „Wir haben Studenten, die sind frisch, wissbegierig, die wollen was!“ Deshalb genießt er, mit ihnen nicht nur über Fachliches zu reden, sondern auch über Politisches. Neue Leute bringen neue Themen und mit seinen 61 Jahren ist das, wie er sagt, seine Weise, durch ständig neuen Anreiz im Diskurs jung zu bleiben.

 


5 Minuten mit

In der Videoreihe: "5 Minuten mit" stellen wir unsere Professor*innen vor. Was für einen Lehrstuhl haben sie inne und an welchen Schwerpunkten arbeiten Sie? Uns interessiert jedoch genauso sehr, was unsere Professor*innen für Menschen sind. Was steckt hinter dem Lehrstuhl? Was fasziniert sie an der Hochschule und an Hamburg besonders? All das und noch viel mehr beantworten wir in "5 Minuten mit". Hier geht's zu allen Folgen:

Alle Porträts


 

Haus auf dem Dorf, Klappbett in Hamburg

Prof. Rönnau lebt in einem kleinen Dorf vor Lüneburg und sagt selbst, wie verbunden er Niedersachsen und dem Dorfleben sei. Wenn er nach Hamburg kommt, geschieht das (neben der Hochschule) für das reiche Kulturangebot der Stadt – die Elbphilharmonie, das Theater oder das Schmidts Tivoli. Aber: Wenn es abends bei der ein oder anderen Feier mal ernst wird, kann er in seinem eigens für ihn angeschafften Klappbett an der Law School übernachten!

 

Autor*in

Emma Schimmel

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